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Verein der Förderer der Evangelischen Kirchengemeinde Nikolassee e.V.

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25 Jahre Verein der Förderer der Evangelischen Kirchengemeinde Nikolassee (1981–2006)
 

Wann, wo und durch wen wurde dieser Förderverein ins Leben gerufen? Warum wurde er gegründet? Weshalb hat es fast fünf Jahre gedauert, bis er wirksam wurde? Jede dieser Fragen ist schwieriger als die andere.

Wann und wo lässt sich noch am einfachsten beantworten, nämlich am 13. Februar 1981 um 17.30 Uhr wurde der Verein – nicht im Gemeindehaus oder im Pfarrhaussaal – gegründet, sondern an privater Stelle in der Von-Luck-Straße 14 in Nikolassee, dem Haus des stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, von Reinhart Karsten. Zum Vorsitzenden wurde Dipl.-Ing. Werner Jaekel gewählt, den ich als Stellvertreter unterstützt habe. Schriftführer wurde Rechtsanwalt Heinz R. Berg und Schatzmeister Hans Keller (beide leider längst verstorben). Als Wirtschafter der Gemeinde gehörte dem Vorstand stets der jeweilige Pfarrer (von Walter Boeckh bzw. Anton Graf v. Pestalozza bis zu Jonas Weiß-Lange) an, ferner als Delegierte des Gemeindekirchenrats, Dr. med. Ursula Petry-Vogel, und des Gemeindebeirats Peter Hasenbein. Spiritus rector des neuen Vereins scheint mir jedoch Rechtsanwalt Karlpeter Lück gewesen zu sein, der ihn in kluger Voraussicht in (finanziell) besseren Zeiten zusammen mit Pfarrer Boeckh aus der Taufe hob.

Warum, so fragt man sich nach 25 Jahren, wurde überhaupt ein Förderverein benötigt, dessen Modell wohl nicht der Dahlemer (1978), sondern der Orgelbauverein Nikolassee aus dem Jahre 1965 gewesen sein mag? Zunächst bestand ganz allgemein die Notwendigkeit, die Gemeinde im Übergang von der Volkskirche zur Freiwilligen-Kirche zu unterstützen bzw. ihn zu erleichtern; folglich gründete man einen Förderverein in der Absicht, ihn auch Außenstehenden ohne kirchliche Bindung zu öffnen, die die Sozialarbeit der Kirche begrüßen und als Gemeinschaftsaufgabe begreifen, und schließlich wollte man selbst Mitbewohner gewinnen, die sich vielleicht nur dem Ortsbild Nikolassees verbunden fühlen, zu dem auch die Erhaltung seines Wahrzeichens, nämlich die an der Rehwiese gelegene Kirche, gehört. Speziell kam aber als ”frommer Wunsch” und damit als eigentliches Gründungsmotiv hinzu, dass man Spendengelder und mögliche Erbschaften in Nikolassee behalten und damit dort auffangen und einsetzen, wo sie anfallen, aber nicht im großen Magen der Landeskirche verschwinden sehen wollte. Aus dem im Februar gegründeten Förderverein als Inkassoverein wurde am 26. Juni 1981 auch ein ”eingetragener” (e.V.), doch ”förderungswürdig” war er damit noch lange nicht. Immer wieder mussten neue Satzungshürden genommen werden, ehe das Finanzamt für Körperschaften endlich am 4. März 1982 dem Verein die Berechtigung zusprach, steuerbegünstigte Spenden für kirchliche Zwecke entgegenzunehmen (vgl. April-Nummer der ”Mitteilungen”: Die Anerkennung ist da!). Ohne abzugsfähige Quittungen kam die Mitgliederwerbung nämlich nicht recht voran, doch Jaekels schon im Gründungsjahr gestellte Frage: ”Was kostet die Rekonstruktion der Kirchturmuhr?” erübrigte sich schließlich durch eine dem Verein zugefallene Erbschaft, mit der auch die Uhr repariert und die verrosteten Zifferblätter abgenommen und ausgewechselt werden konnten.

 Als Jaekel aus gesundheitlichen Gründen im März 1983 den Vereinsvorsitz an Dr. rer.nat. Hans-Joachim Thuy abtrat und nun an meiner Stelle für zwei Jahre als Stellvertreter fungierte, war der Verein auf 37 Mitglieder angewachsen. Unter Thuys tatkräftiger Leitung nahm er bereits im ersten Jahr um 67% zu, so dass 62 Mitglieder erreicht wurden, blieb jedoch zunächst noch zu klein, um wenigstens eine sogenannte ”Halbdeckungsstelle” für die diakonische Arbeit der Gemeinde finanzieren zu können. Er wandte sich daher leichter zu realisierenden Zielen zu, wie dem Ankauf von 75 zusätzlichen Gesangbüchern, der besseren Beleuchtung des Altarbildes der Kirche oder der herbstlichen Gartenarbeit im Gemeindehausgarten. Zu den Höhepunkten des Jahres 1985, in dem Dr. Thuy  im Vorsitz nochmals bestätigt wurde und ich die Vertreterfunktion wieder übernahm, gehörte das 75jährige  Kirchweihfest, dessen von seiner Familie eindrucksvoll gestalteter Streifzug von 1910 – 1985: ”Mode, Texte, Musik” auch dem Förderverein zugute kam. Ebenfalls im Jubiläumsjahr renovierte der Verein für 12.000 DM das Foyer des Gemeindehauses einschließlich Treppenaufgang  und Toiletten und ließ bereits die Kosten für die Anschlussarbeiten an den desolaten Fenstern und Türen kalkulieren, doch stagnierte bald die weitere Planung infolge des Todes von Dr. Thuy am 12. Oktober 1987.

Auf der Mitgliederversammlung am 3. Dezember 1987 übernahm dann Ltd. Oberschulrat Dr. Henning Germer den Vorsitz im Förderverein, in dem er zuvor schon als Delegierter des Gemeindekirchenrats mitgewirkt hatte. In seiner langen - höchst erfolgreichen und stets durch Wiederwahlen bestätigten - Amtszeit (bis März 2000) unterstützten ihn weiterhin der Berichterstatter als Stellvertretender Vorsitzender, Thora Hauswald als Schriftführerin und unermüdlich Gisela Krumnow als Schatzmeisterin. Neben dem Pfarrer, inzwischen Graf v. Pestalozza als Wirtschafter, wirkten als Delegierte Rechtsanwältin Karin Bräunig für den Gemeindekirchenrat und Sibylle Lehmann, später Rainer Schwiecker, für den Gemeindekirchenrat mit. Alle bewilligten Gelder galten Anschaffungen und Arbeitsaufträgen, die nicht mehr aus dem regulären kirchlichen Haushalt zu bestreiten waren, insbesondere
 
- Instandsetzungsarbeiten an der Kirche und wieder am Gemeindehaus (Parkettreparaturen);
- Zusatzbeleuchtung und Energiesparlampen;
- drahtlose Mikrofone und Verstärker sowie Lautsprecher und eine Induktionsschleife für Hörbehinderte in der Kirche;
- neue Gesangbücher zum Gebrauch im Gottesdienst, Broschüren zum Jahr der Bibel (aus dem Erlös des Büchertisches wurden u.a. die Läufer im Altarraum und im Mittelgang  der Kirche erneuert), Finanzierung einer Leinen-Damast-Altardecke;
- Anschaffung einer transportablen Rampe für den Turmeingang der Kirche zur Be-nutzung durch Rollstuhlfahrer;
- Neupflasterung des Weges im Laubengang zwischen Kirche und Pfarrhaussaal,
- Erneuerung elektrischer Leitungen und Lampen im Pfarrhaussaal;
- desgleichen die diversen Schaukästen der Kirchengemeinde.
 
 Doch nicht nur der Gottesdienst und die kirchlichen Gebäude profitierten vom Förderverein, der seiner Kirche auch das raumprägende Altarfenster von Professor H.-G. v. Stockhausen (1986) schenkte, auch die sozialen Einrichtungen, insbesondere:
 
- die Altenarbeit der Gemeinde;
- der Kindergarten / Miniclub mit Ausstattungsbedürfnissen
(wie Büchern, Spielgeräten, Bildprojektoren, Garderoben, Matratzen, Möbeln usw.);
- die Küsterei;
- die Ehrenamtlichen der Gemeinde (Übernahme von Ausflugskosten, sonstiger Ersatz):
 
 Ein wichtiges Anliegen des Fördervereins bildete auch stets die Kirchenmusik, was besonders den Kantoren – nach KMD Wolfgang Meyer waren es Cornelius Häußermann, Henrike Etté und Josefine Horn – zugute kam:
 
- Reinigung und Sanierung der dreimanualigen Steinmeyer-Orgel, erstmals nach 29  Jahren;
- Ankauf eines neuwertigen Bechstein-Konzertflügels (1989er Baujahr) für den Jochen -Klepper-Saal im Gemeindehaus (mit Vereinszuschuß in Höhe von 20.000,-DM);
- Förderung diverser Kindermusicals von der “Versunkenen Insel” bis hin zu “Schwein gehabt, ein Musical rund um die Arche Noah”);
- Entgelt für Solisten, Unterstützung von Choraktivitäten, Anschaffung von Liederbüchern im Großdruck (u.a. für den ehemaligen Singekreis Behm);
- Leihgebühren für Orgelpositive zu Kantatenaufführungen.
 
 Von bleibendem Wert für das Gemeindeleben erwiesen sich auch drei vom Verein geförderte Broschüren, deren Erlös zumindest teilweise für seine Zwecke zur Verfügung stand:
- Jochen-Klepper-Gedenken in Nikolassee. Drei Vorträge anlässlich seines 50. Todestages am 12./13. Dezember 1992, Berlin 1993, 2. und 3. erweiterte Auflage  2005;
- Gräber bekannter Persönlichkeiten auf dem Evangelischen Kirchhof Nikolassee von Werner Natzschka, 2. Auflage ergänzt von Eckart Henning, Berlin 1997;
- Evangelische Kirche Berlin Nikolassee, Gestalt und Verkündigung, Kirchenführer in Wort und Bild, hrsg. vom Verein der Förderer, Berlin 1997.
 
 Neben den Sachausgaben waren auch immer mehr Mittel für haupt- und nebenamtliche Helfer aufzubringen, insbesondere der Vergütungsanteil für den Zivildienstleistenden, aber auch beispielsweise zur Unterstützung des Konfirmandenunterrichts (Pfarrer Dr. Martin Vetter) oder durch Aufarbeitung bzw. Aktualisierung von Kirchenbüchern (Nachtrag von 18 Konfirmandenjahrgängen). Diesen Beanspruchungen zeigte sich der Förderverein, der am 11. Februar 1997 immerhin die Zahl von 100 Mitgliedern erreichte, nur mühsam gewachsen, zumal Pfarrer Boeckh mit seiner früheren Prophezeihung leider Recht behielt: “Es muss befürchtet werden, dass bei der angespannten Finanzlage der Berliner Kirche die Tendenz anhält, weiter Stellen zu kürzen” (1982), wovon nach seiner Pensionierung  Ende 1992 nicht nur die zweite Pfarrstelle der Gemeinde, sondern auch gleich vier weitere Stellen betroffen waren. So sah sich der Förderverein bald Personalausgaben gegenüber, bei denen er “sehr schnell an die Grenze unseres Spendenvolumens” gelangte (H. Germer, 1998) und dann die Schlussfolgerung zog: “Wir können (nur) dazu beitragen, dass die kirchliche Arbeit der Gemeinde ihre missionarischen und diakonischen Aufgaben ohne Abstriche weiterführt. Aber zu diesem Zweck müsste sich unser Mitgliederkreis verdoppeln, besser noch: verdreifachen”. Als sich Germer im März 2000 nach verdienstvoller Tätigkeit aus dem Vorstand des Fördervereins verabschiedete, war die Mitgliederzahl  immerhin auf nahezu 120 Personen angewachsen (zum Vergleich: 1981/14 Mitglieder, 1982/40, 1988/77, 1997/100), auch hatte er das satzungsgemäße  Entscheidungsrecht des  Vorstands (entsprechend § 4, Abs. 4) im Rahmen gemeindlicher Ziele gewahrt , so dass der Verein keineswegs nur als “Durchlauferhitzer” fungierte. Daher vermochte er leider die Wünsche aller gemeindlichen Bittsteller stets nur etwa bis zur Höhe seiner jährlichen Einkünfte zu erfüllen, wobei noch Rücklagen für Notfälle zu bilden waren.
 
 Das mussten auch Germers Nachfolgerinnen im Amt des Vorsitzenden, nämlich Ingrid Petersen (ab 26. März 2000) und Dr. phil.nat. Gisela Murken (ab 16. Juni 2002) erkennen, denen – nach Jahren personeller Kontinuität – nun ein teilweise veränderter Vorstand zur Seite stand: nur der Berichterstatter als Stellvertretender Vorsitzender und Gisela Krumnow als Schatzmeisterin waren in ihrer Funktion verblieben, während Thora Hauswald, Rainer Schwiecker und auch Sibylle Lehmann / Gemeindebeirat (2002) ausschieden, ab Oktober 2002 ersetzt durch Pfarrer i.R. Reinhard Tietz (2002 – 2006) als Schriftführer; Karin Bräunig vertrat ab 2000 den Gemeindekirchenrat im Vorstand, dem nun auch Reiner Murken für den Gemeindebeirat angehört; Rechnungsprüfer blieben Dr.-Ing. Klaus Fleischer und – bis zu ihrem Tode (2005) – Ruth Maerten.
 
 Eingedenk Germers Prognose: “Werbung wird eine zentrale Aufgabe des Vorstands sein!”, brachte es der Verein vor allem nach seiner von Karin Bräunig und Caroll v. Negenborn erfolgreich unterstützten Werbekampagne unter den Eltern der Kindertagesstätte sehr schnell auf 147 Mitglieder (2003) und 154 (2004), wobei sich solche Anstrengungen nach Einschulungen regelmäßig wiederholen müssten. Folglich gehörte zu den vorrangigen Vereinszielen auch die Unterstützung der erweiterten Kindertagesstätte, u.a. durch die Möblierung neugewonnener Räume. Die Kinderarbeit der Gemeinde wurde gefördert durch  Aufführungszuschüsse der Musicals “Arche”, “David” bzw. von “Moses, ein echt cooler Retter” sowie die Ausstattung eines Spielmannszuges zum Martinsfest. Neben den gestiegenen Personalkosten für den Zivildienstleistenden  wurden weiterhin die Kosten für Ausflüge der ehrenamtlichen Helfer erstattet und Zuschüsse für die Kirchenmusik gezahlt. Von guter Außenwirkung für den Verein bzw. von Verkaufserfolgen belohnt erwies sich auch die Herstellung von Ansichtskarten der Kirche, des Gemeindehauses und des Kirchhofes (2002) sowie von entsprechenden Kalendern (2005), ferner die Herausgabe einer von Karin Putzke und Anne Odenbach zusammengestellten Rezeptsammlung “So kochen wir in Nikolassee” (2003) und schließlich zwei Neuauflagen der Jochen-Klepper-Broschüre aus dem Jahre  1993 (2003 u. 2005). Sie dient dem Andenken des Liederdichters und Schriftstellers, der von 1939 bis 1942 in Nikolassee wohnte und den die antisemitische Verfolgung mit seiner Familie in den Tod trieb; daher enthüllte der Förderverein  unter Mitwirkung von  Professor Dr. Günter Holtz und dem von ihm geleiteten Freundeskreis am 2. April 2005 am ehemaligen Hausgrundstück Teutonenstraße 23 in einer Feierstunde eine gleichlautende von Professor Reinhart Braun gestaltete Gedenktafel.
 
 Das Jubiläumsjahr begann am 13. Februar 2006 mit einer im Anschluß an die Mitgliederversammlung (mit Neuwahl von Ute Frahm als Schriftführerin) durchgeführten festlichen Gedenkveranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Fördervereins im Jochen-Klepper-Saal des Gemeindehauses, auf der auch noch einige Gründungsmitglieder zu Worte kamen. Weitere Veranstaltungen im Frühjahr sollen folgen wie z.B. eine Kirchhofsführung durch den Berichterstatter (22. April), eine Gemeindefahrt zur brandenburgischen Bischofsresidenz nach Ziesar (20. Mai) und eine die Wechselbeziehung von Kultur und Natur berücksichtigende Rehwiesen-Wanderung durch Dipl.-Ing. Dietrich Bolz (17. Juni). Diese und weitere Herbstvorhaben sollen den Förderverein bekannter machen und verstärkt um Neumitglieder werben. Machen Sie von unseren Angeboten Gebrauch und werden Sie Mitglied!
 
Prof. Dr. Eckart Henning
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