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Geistliche Impulse

Worte zum Tag und zum Sonntag
von Pfarrer Steffen Reiche
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Nikolasseer Predigten

 

Predigt am Sonntag Misericordias Domini in Hermannswerde am 18. April 2021

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

wenn man über alle Misericordias Domini, also über alle Barmherzigkeit Gottes, reden wollte, dann bräuchte man mindestens 13, 6 Mrd. Jahre. Vom Urknall bis heute.

Denn ist das nicht alles Misericordias Domini, also alles Barmherzigkeit Gottes, was sich in der Schöpfung seit der Schöpfung ereignet? Soviel Zeit haben sie nicht, ich weiß. So viel Zeit haben wir nicht. Deshalb will ich es auch gar nicht versuchen.

 

Also rede ich nur über einen Aspekt der Misericordias domini, also genau übersetzt der Elendsherzigkeit Gottes. Darin besteht eben die Barm- und Warmherzigkeit Gottes, dass er unser Elend sieht. Uns in unserem Elend wahrnimmt und liebt. Und worin kommt dieses Wahrnehmen Gottes von uns Menschen in unserem Elend auf schönste, auf die perfekteste Weise zum Ausdruck? Genau! Indem Gott mit uns redet. Im Reden Gottes mit uns. Denn die Misericordias Gottes besteht darin, dass er zu uns spricht und wir ihn vernehmen können. Und wenn wir ihn vernommen haben, dann können wir eben auch zur Vernunft kommen. Denn wer etwas vernimmt, der ändert darin und dadurch seine Vernunft. Und kommt manchmal dann auch auf einen neuen Stand, also zu Verstand. Diese Worte hängen nicht zufällig so eng zusammen, sondern unsere Sprache zaubert ja unsere Wirklichkeit nach, macht sie vernehmbar und verstehbar.

 

Kennen Sie Archimedes? Natürlich! Den, der nackt aus der Badewanne in Syrakus aufsprang und rief „Heureka – ich habe es gefunden.“ Der hat mal herausgefunden und behauptet: „Gib mir einen Punkt, wo ich sicher stehen kann oder einen Hebel, der lang genug ist und ich bewege die Erde mit einer Hand“. Oder anders übersetzt: "Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich hebe die Erde aus den Angeln."

Das ist physikalisch völlig richtig. Aber wir finden diesen Punkt nicht! Denn die Erde rast ja mit 30 km pro Sekunde um die Sonne.

Luther aber hat diesen Punkt gefunden. – Im Wort Gottes. Da steht sein Fuß fest. Darauf kann er sich völlig verlassen und einlassen und wird gehalten und getragen. Im Wort Gottes, das er in der Bibel liest. Da findet er seinen Punkt und bewegt die Erde. Die Reformation ist das einzige Datum, dass eine neue Zeit nach unserer Rechnung beginnt. Mit dem 31.10. 1517 – weder Antike noch Mittelalter haben einen solches Datum. Vergleichbar nur die Moderne mit dem Ende des 1. Weltkrieges. Aber das war ein Desaster für alle, kein Aufbruch.

Luther ist kein Biblizist. Er sagt nicht, dass alles, was da auf rund 1000 Seiten im Alten und Neuen Testament zu finden ist, in gleicher Weise Gottes Wort ist. Das kann es auch gar nicht sein. Denn manches, ja vieles, widerspricht sich oder ist Menschenwort aus vergangener Zeit. Und scheint uns nur als Gottes Wort, weil es doch in der Bibel steht. Und die Bibel ist doch Gottes Wort.?!

Ja! Aber eben im Menschenwort. Und Luther hat sich einen wunderbaren Maßstab ausgeglaubt, mit dem er genau finden kann, was wirklich Gottes Wort ist und wo es nur Menschenwort ist. - „Was Christum treibet“. Denn „Jesus Christus ist das eine Wort Gottes, dem wir im Leben und im Sterben vertrauen sollen.“ So schreibt es dann über 400 Jahre später einer, der bei den 3 großen Reformatoren in die Lehre gegangen ist – also bei Luther, Zwingli und Calvin. Nämlich Karl Barth. Als er im Mai 1934 die Theologische Erklärung von Barmen verfassen muss.

 

Mose hat angefangen, den Menschen Gottes Wort weiterzusagen, was er auf dem Sinai gehört hat. Die 10 Gebote. Und die Propheten haben es diesem wohl wichtigsten Propheten, dem von Gott sogar die Thora, das Gesetz, gegeben worden ist, nachgemacht. Sie haben das Wort Gottes auf geschrieben. Auch die Propheten, von Amos über Jesaja und Jeremia und Hesekiel bis zu Jona, haben Gott zugehört, haben ihn im Traum oder in einem Gesicht gehört, vernommen und erzählen es dann weiter.

Und das von Gott gewirkte Wunder ist: die Menschen glauben es und folgen diesen Propheten.

Und dann kommt in der Zeitenwende ein Prophet, der nicht nur Prophet ist, sondern der zugleich unvergleichlich viel mehr ist. – Jesus, der zugleich eben Gottes Sohn ist. In ihm spricht Gott nicht nur mit den Menschen seiner Zeit, sondern Gott begegnet auch den Menschen dieser Zeit in Jesus.

Und wenn Gott Mensch wird, dann hat das auch einen wichtigen Grund, einen großen Sinn! Denn wenn Gott der Schöpfer selber Teil seiner Schöpfung wird, was sich eigentlich ja ausschließt, unsinnig, undenkbar ist, dann muss das einen tieferen Sinn haben.

 

Der Sinn von Gottes Kommen in die Welt, dieser wundervollen und großartigen misericordias domini, der Barmherzigkeit Gottes, besteht darin, dass Gott uns den Weg aus seiner Schöpfung heraus in seine Gegenwart öffnen will.

Aber dieser Weg ist seit Menschengedenken versperrt. Seit Adam. Seit dem 1. Menschen! Denn Adam heißt übersetzt „der Mensch“ und Eva, Chava, ist die Lebendige. Ihnen ist wegen Ihres Misstrauens, wegen Ihrer Sünde der Weg zu Gott versperrt. Sie haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und Gottes Gebot im Paradies missachtet.

Und seitdem opfern Menschen. Ununterbrochen.

Schon Kain und Abel haben damit begonnen. Und haben sich darüber ins Kloppen bekommen. Kain hat Abel erschlagen, weil Abels Opfer scheinbar besser angenommen wurde. Menschen opfern ihren Göttern und Juden opferten unserem Gott, um das Verhältnis wieder zu kitten, um wieder Balance in die Beziehung zu Gott zu bringen.

Und die große, die Menschheit verändernde Ent-deck-ung des vielleicht wirksamsten Jüngers von Jesus, nämlich von Paulus, ist: dass ihm wie Mose die Decke von den Augen genommen wird.

Paulus versteht: Weil Gott sich selbst geopfert hat, brauchen wir keine Opfer mehr.

Dieses Opfer Gottes ist so groß, dass es alle Schuld der Menschen sühnt und Gott versöhnt und also danach etwas völlig Neues beginnen kann. Und das macht es dann nur 3 Tage nach dem Opfer Jesu am Kreuz. Gott erweckt Jesus von den Toten. Gott selber hält es nicht mehr im Grab, nachdem Gott allen Menschen, auch dem Menschen, in den Gott selber sich einverwandelt hat, alle ihre, alle unsere Schuld vergeben hat.

 

Und Luther geht nun knapp 1 500 Jahre später wieder auf genau den selben Punkt – wo vor ihm Paulus stand. Und dadurch hat er es natürlich mit dem ganzen Ballast dieser Geschichte seitdem zu tun. Der Geschichte seit 1500 Jahren. Denn der Kirche, dann den Kirchen, waren diese freien Menschen, die von Gott durch Paulus in Christus befreiten Menschen so ungeheuerlich, so gefährlich, so sehr zu fürchten, dass sie das Opfer durch die Hintertür lieber wieder in die Kirche einführten.

Und dann wurde wieder geopfert – mit jedem Abendmahl, mit jedem Groschen, mit jedem Ablass, mit jeder Strafe, die die Kirche Menschen auferlegte, wurden die Menschen wieder zu Opferern gemacht. Die opferten, um sich durch ihr Opfer selbst zu befreien.

Wie die Juden es vor Christus immer in Jerusalem im Tempel gemacht hatten.

Und Luther ent-deckt, nein ihm wird vom Heiligen Geist aufgedeckt, dass das Mist, dass das Unfug ist, dass das gefährlicher Bullshit ist. Denn so setzt sich ja der opfernde Mensch über Gott und sein Opfer in Jesus hinweg und will dem aus eigener Kraft noch etwas hinzufügen, was ihm dann auch wirklich den Himmel öffnet.

Und Luther ist diese, ihm in seinem Pfingsten offenbar gewordene Erkenntnis so wichtig, dass er dafür heute vor 500 Jahren sein Leben riskiert. Sich in Worms am 18. April 1521 ächten lässt, in die Reichsacht tun lässt und für vogelfrei erklären lässt. Und Gott und sein Fürst haben es dann so gefügt, dass er entführt wird, an unbekannten, heute bekannten Ort – die Wartburg, und dort das Neue Testament neu ins Deutsche übersetzt. Die wohl folgenreichste historische Entführung.

Um nicht weniger als die zentrale reformatorische Erkenntnis, die Alleingültigkeit des Wortes Gottes, geht es auf dem Reichstag zu Worms, wo er sich mit den beiden mächtigsten Institutionen seiner Zeit anlegen muss.

Luther stand da in Worms vor genau 500 Jahren und konnte nicht anders. Denn es ging ihm nicht nur um sein Seelenheil, es ging nicht nur um das Seelenheil aller Menschen seiner Zeit! Sondern ihm ging es auch um die Würde Gottes.

Denn wenn Gott alles für uns schon getan hat, sola gratia, allein aus Gnade und uns das alles solum verbum, allein durch sein Wort mitgeteilt hat, dann können und sollen und müssen wir das auch sola fide, allein im Glauben und allein durch Glauben akzeptieren!!! Und nicht durch eigene Geschäftigkeit uns von dem, was Gott tat, ablenken wollen. Und so widerspricht Luther und beruft sich gegen die ganze damalige Welt allein auf Gottes Wort.

 

Und egal, ob er es wirklich gesagt hat: es ist eine wundervolle Quintessenz dessen, was er ja verbrieft und überliefert wirklich gesagt hat, was er am Ende gesagt haben soll:

„Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“

 

Und wieder wird diese Klarheit des Wortes Gottes unter allen möglichen menschlichen Worten vergraben. Und nicht Gott allein ist dann irgendwann mehr der Gute Hirte!!! Sondern wieder ist im Kulturprotestantismus der Mensch sich selber zum Guten Hirten, zum pastor bonae, geworden, der mit seinem Denken, mit seinen Worten und Traditionen und Gebräuchen sich selber befreit, sich selber freistrampelt! Wie der Frosch, der so lange in der Milch strampelt, bis es Butter geworden ist und der dann nicht mehr ertrinkt, sondern herausklettern kann aus dem Butterfass des Lebens.

Und als dann, mit Segen der Kirchen in Frankreich und Deutschland für „Gott und Vaterland“, später für „Führer Volk und Vaterland“ die Soldaten aufeinander losgehen, sich abschlachten und dafür auf allen Seiten um den Segen des einen Gottes bitten, wird dem in Deutschland lehrenden Schweizer Karl Barth klar:

Dass wir statt aller Binde-Strich-Theologien wieder eine neue Lehre vom Wort Gottes brauchen, um zu Verstand zu kommen, um zu verstehen. Und in einer zwei Armlängen dicken Kirchlichen Dogmatik beschreibt er dann, mit Wirkung bis heute, was die Kirche wohl wirklich und eigentlich zu tun hat. Denn damals, zur Zeit Jesu und zur Zeit von Paulus und ebenso heute kommt es doch allein darauf an, was Gott uns zu sagen hat!!!

In seinem Wort! In seiner misericordias domini! In seiner Liebe. In seinem Dreifachgebot der Liebe. Dass Gott mit uns redet und wir ihm zuhören dürfen: denn allein Gott hat Worte des ewigen Lebens. Und wir, die wir vom Wurm des Todes angebissen sind und wissen, brauchen um Leben zu können, um das Rechte tun zu können, Worte des ewigen Lebens.

Natürlich können wir uns als Menschen immer wieder Neues, Anderes, Kluges ausdenken. Aber lernen wir dann auch daraus, das Richtige, das Leben Stiftende zu tun?

 

Was entspricht im menschlichen Denken, im Handeln der Menschen der misericordias domini, der Barmherzigkeit Gottes?

Ganz einfach und klar: Die Menschenwürde.

 

Unser Land hat bis 1949 gebraucht, das zu erkennen und in einen grundlegenden, verbindlichen Text aufzunehmen. Es hat 50 Millionen Tote gebraucht und die Shoa mit 6 Millionen Toten, um zu begreifen und es dann zur Grundlage allen staatlichen, alles öffentlichen, alles menschlichen Handelns zu definieren: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Das ist das Kronjuwel unserer Verfassung, unseres Grundgesetzes! Der 1. Satz!

In Stein gemeißelt wie die 10 Gebote von Mose, als er vom Berg Sinai zurückkam.

 

 

Der Ursprung dieser Erkenntnis ist nicht nur bei Luther zu finden in seinen sola! In seinen Allein!!! Sondern mindestens genauso in der Erkenntnis von Bartholome de las Casas, der als Missionar in Kolumbien anfing die Indios zu taufen. Kolumbus und all die anderen, die den Seeweg nach Indien suchten und Amerika entdeckten, hatten auch Missionare mitgenommen! Ohne sich der Sprengkraft dieser Entscheidung bewusst zu sein! Eigentlich sollten die ja nur für die Herrenrasse, die Weißen, die Spanier oder Portugiesen oder die Engländer, die Gottesdienste feiern und ihnen, wenn nötig die Letzte Ölung spenden. Aber einige hatten die Schrift eben doch besser im Kopf, als den Eroberern, den Conquistadores lieb war.

Sie wussten nämlich, was uns Jesus vor seiner Heimkehr zu Gott, vor seiner Himmelfahrt, als Auftrag hinterlassen hatte. Den Taufauftrag, den Missionsauftrag.

Früher sagte man sogar Befehl. Das klingt uns heute nicht mehr so gut in den Ohren. „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich Euch gesagt habe.“

Und da stand dann Pedro de las Casas und dann sein Sohn Bartholome de las Casas in Lateinamerika und merkte, das Weiße Indios besaßen, als wären es nur Gegenstände.

Und dass sie diese „Gegenstände“ natürlich nicht taufen ließen. Denn taufen kann man nur Menschen. Aber de las Casas taufte in der Zeit, in der auch Martin Luther in Wittenberg der Kirche in Rom widersprach, die Indios, die Farbigen.

Und sie verweigerten dann sogar denen, die Indios besaßen, das Abendmahl.

Das ist, wie man heute weiß und erklärt, der Ursprung der Menschenrechte.

Das Handeln dieser Dominikaner.

Und so wie Luther auf dem Reichstag zu Worms heute vor 500 Jahren, 1521, vor Kaiser Karl V. erscheinen musste, um seine Reformation der Kirche 1521 zu erklären, so musste 1542 auch Las Casas vor Karl V. erscheinen und sein Handeln rechtfertigen. Aber in dieser Frage entschied, vielleicht durch die Reformation vorbereitet und geöffnet, Karl V. klüger. Er stimmte zu, dass man die Indios taufen könne! Und stimmte damit ihrem Mensch-sein zu. Denn taufen, das war und ist klar, kann man nur Menschen. Und in den „Neuen Gesetzen“ stimmte er auch einem neuen Handeln gegenüber diesen, in der Taufe zu Menschen erklärten Ureinwohnern, den Indios zu.

Das von Reinhold Schneider hier in Potsdam 1937 geschriebene Buch „Las Casas vor Karl V.“ ist „Darstellung der Geschichte als Heilsgeschichte. Zu dieser Behauptung passt der zuversichtliche Ausgang des Buches: Der junge Priester will das von seinem Vater Bernardino zusammengeraffte „indianische Gold“ von Spanien über den Ozean in die Neuen Indien zurückbringen. Bei den Indios will er damit Gotteshäuser und Schulen errichten.“ Deshalb wurde Las Casas vor Karl V. wurde von Jochen Klepper als „lebensvollste, glühendste und blühendste Geschichtsdichtung“ gewertet.

Ich kann, wie Sie, auch lang und breit über das Versagen der Missionare reden.

Aber das gehört doch nun auch mal dazu und ist genauso bahnbrechend wie die Reformation, dass die Missionare gegen ihre Auftraggeber, die Staaten Europas, die die Neue Welt unterwerfen wollten, die Taufe durchsetzten und damit das Fundament von Gleichberechtigung legten!!!

Das dann leider erst 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zur Kodifikation gekommen ist. Und 1949 dann seinen Widerhall im Grundgesetz fand.

 

Die Menschenrechte fließen aus der Menschenwürde.

Wer Würde hat, hat auch Rechte. Die Würde ist unantastbar.

Die Rechte aber sind verletzbar. Und deshalb muss Einspruch erhoben werden, mutig und klar, wenn der lebenslängliche Diktator von Russland, Wladimir „Iljitsch“ Putin, und der lebenslängliche Diktator von China, Chi Jinping, die Menschenrechte nicht nur in ihren Ländern und den Ländern in „ihren Interessengebieten“ mit Füßen treten, sondern auch die schützen, wie z.B. die Soldateska, die Putschisten in Myanmar, die eine gerade demokratisch gewählte Regierung unter der Friedensnobelpreisträgerin Aung san suu Kyi vor wenigen Wochen wegputschten und seitdem über 700 Menschen bestialisch ermordeten.

Eine UNO, die immer am Veto dieser Großmachtstaaten und ihren Diktatoren aus China und Russland scheitert, muss reformiert werden. Und wenn man es nicht kann, muss man es wenigstens unüberhörbar laut sagen und beklagen.

Wir alle fanden den autistischen amerikanischen Präsidenten Trump widerlich – eine Strafe und eine Geißel für die Welt. Aber die Demokratie hat sich als stark genug gegenüber diesem Usurpator erwiesen.

Und deshalb freue ich mich, wenn die neue amerikanische Administration jetzt, in diesen Tagen, den Mut hat und die Notwendigkeit sieht, dass wir auf dieser einen Erde Gottes auch eine „Globale Mindeststeuer“ brauchen.

Denn wir Menschen auf dieser einen Erde haben, das ist von Christen und anderen, die angestiftet wurden oder die mitmachen wollten, 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erklärt worden, alle die selben Rechte.

Wer Mensch ist, hat eine ihm von Gott geschenkte Würde und die muss durch von Menschen dekretierte Rechte geschützt werden. Und dafür braucht es eben auch Geld. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern auch aus dem Wort Gottes.

Aber nur vom Wort Gottes kann ein Mensch aus Fleisch und Blut auch nicht leben.

Er muss auch essen können und trinken. Und dafür brauchen die Staaten der Welt und die UNO, als die Organisation aller Staaten, Geld, um diese Projekte finanzieren zu können. Und diese Regelung als Einstieg in weltweit gültige, globale Gesetze.

Und wir als Christen, in der Nachfolge Jesu Christi, dem Auferweckten, dem auferstandenen Sohn Gottes, müssen um Christi willen dafür eintreten, dass nicht nur alle Völker zu Jüngerinnen und Jüngern gemacht werden und das Angebot der Taufe bekommen, sondern dass auch die Würde jedes Einzelnen dieser mittlerweile 7, 8 Milliarden Menschen gleich geachtet wird und ihnen daher auch dieselben Rechte zustehen.

Was wir dafür bereit sind zu tun, sehen wir doch gerade in den Lockdowns, mit denen wir unser bisheriges Leben zeitweise aufgeben, um Menschenleben zu retten.

3 Millionen weltweit konnten wir so leider nicht retten.

Aber wir stehen weiter in der Verantwortung, die misericordias domini jedem Menschen zu bezeugen, indem wir seine Würde und seinen Rechte achten. Amen.


 

https://www.bundespraesident.<wbr />de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-<wbr />Walter-Steinmeier/Reden/2021/<wbr />04/210416-Worms-Luther.html

 

 

 

„Das Geistliche Jahr“ von Annette von Droste-Hülshoff

Das geistliche Jahr

„Das Geistliche Jahr“ von Annette von Droste-Hülshoff

Die große Schriftstellerin und Dichterin Ricarda Huch hat vor über 170 Jahren mal gesagt: „Man pflegt Annette von Droste die größte Dichterin Deutschlands zu nennen, und das ist sie und wird es einstweilen bleiben.“ Und schon zuvor hatte Lessing geschrieben: „Wer wird nicht eine Droste loben? Doch wird sie jeder lesen? Nein!“ Und der Vers geht dann weiter: „Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein!“ Viele von uns haben in der Schule „Die Judenbuche“ gelesen. Aber viel mehr kennen wir von ihr nicht. Deshalb hat sich jetzt der Fernseh-Sender „HauptstadtTV“ vorgenommen, ein ganzes Jahr lang jeden Sonn- und Feiertag, zu dem Annette von Droste-Hülshoff ja ein Poem geschrieben hat, eine kleine Orgelandacht mit dem jeweiligen Poem des Tages zu senden.

Dietrich Schönherr, 30 Jahre lang Organist und Kantor auf der Insel Hermannswerder, wird mit einem Orgelstück eines bekannten Komponisten oder einer Orgel-Improvisation zu Beginn zu hören sein. Dann werde ich das Poem für den jeweiligen Tag vortragen, nur wenige Minuten lang, und dann wird Dietrich Schönherr noch einmal auf der Orgel von Hermannswerder zu hören sein.

Sicher ist die Sprache von der Droste uns in Teilen fremd. Wird ihr Werk gewürdigt, wird das „Geistliche Jahr“ oft übersehen. Aber sie hat daran fast ihr ganzes Leben lang gearbeitet, über 40 Jahre, in zwei großen Würfen, das Anliegen von jedem der knapp 90 Sonn- und Feiertage mit dem entsprechenden Tagesevangelium für sich selbst zu deuten. Ihre Texte sind spannende, leidenschaftliche Andachten, die sie sich selber hält. Ganz im Sinne des schönen Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert von 1757, rund ein halbes Jahrhundert vor ihr: „Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.“ Niemand hat vor ihr etwas Vergleichbares gewagt oder gemacht. Und Dank dem Sender HauptstadtTV wird nun das Ganze, wohl auch zum ersten Mal, in seinem ursprünglichen Anliegen zu hören sein. Das Kirchenjahr begleitend wird das gesamte Geistliche Jahr von Palmsonntag an, mit ihren Poemen meditiert.

 

Im Rahmen der Produktion "Das geistliche Jahr" haben wir nun auch eine Rubrik auf der Internetseite von Hauptstadt.TV angelegt. Dort werden künftig an den Ausstrahlungstagen gegen 8:00 Uhr die entsprechenden Clips freigeschaltet. Sie sind ab diesem Zeitpunkt dauerhaft verfügbar. Am Ende sollte also die komplette Sammlung der Gedichte in der Rubrik abrufbar sein. Den ersten Beitrag habe ich bereits jetzt online gestellt:



Letzte Änderung am: 22.04.2021