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Geistliche Impulse - Nikolasseer Predigten und "Das geistliche Jahr" von Anette von Droste-Hülshoff

Worte zum Tag und zum Sonntag
von Pfarrer Steffen Reiche
über den Link:  hauptstadt.tv/sendeformate/worte-zum-tag/,

 

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Liebe Predigtkreisgemeinde,

am kommenden Sonntag, dem 11.7. 21, ist Taufgedächtnis-Tag. Ich lade Sie herzlich ein zu unserem Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Kirche Nikolassee, um sich an ihre eigene Taufe mit uns gemeinsam zu erinnern.

Im Anschluss findet dann vor der Kirche oder noch in der Kirche ein kleines Konzert statt. Den ganzen Juli und August wird das so sein. Christian Hirth-Schmidt, ein wunderbarer Cellist, kommt jeden Sonntag mit Freunden zu uns im Rahmen des Neustart-Programmes der Bundesregierung und musiziert - als Duo oder als Trio oder als Quartett.

Übermorgen am Donnerstag um 15.00 Uhr werden wir mit Menschen, die in Afghanistan waren, wie dem Militärseelsorger Dr. Roger Töpelmann und dem Entwicklungshelfer Dr. Daniel Burchardt und dem Afghanen Mustaffa, darüber reden, wie die Situation ist und wer in Afghanistan scheiterte. Und am Abend um 19.00 Uhr wollen wir dann den Film "Der Drachenläufer", nach dem grandiosen Buch von Khaled Hosseini, sehen.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Steffen Reiche


 

06.07.2021   Dienstag

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“ aus Jeremia 29,7 ist die Losung für heute und damit Auftrag für Juden und Christen.

Und da ist doch einiges gelungen, kann man dankbar und stolz sagen. Wenn man sich vor Augen hält, wo Israel, dieser uralte und ganz junge, moderne Staat im Vergleich mit seinen Nachbarn steht. Denn Israel hat, anders als zum Beispiel Saudi-Arabien oder Kathar oder die Arabischen Emirate, keinen Rohstoff, der ihren Reichtum erklären könnte. Außer eben den, der zwischen den Ohren wächst. Und wenn man sich, was vor aller Augen ist, ansieht, wie wir im christlich geprägten  Europa leben, attraktiv für viele Menschen aus der ganzen Welt, dann sieht man: „Bis hierher hat uns Gott gebracht.“

So singen wir es ja mit einem schönen Lied. Großen Anteil haben daran Menschen wie Johannes Hus, der die Kirche zu Beginn des 15. Jahrhunderts reformieren wollte und an den Hardlinern der mittelalterlichen Kirche gescheitert ist. Und das mit seinem Tod auf dem Scheiterhaufen in Konstanz bezahlen musste. Heute ist sein Gedenktag, denn vor 606 Jahren hatte er seinen 2. Geburtstag, den in die Ewigkeit.

Und ebenso ist es der Gedenktag für Thomas Morus. Der mit seiner „Utopia“ unser Denken nachhaltig bis heute prägte. Beide waren „Salz der Erde.“ Wie es Jesus uns in der Bergpredigt aufgetragen hat. Das ist der Lehrtext aus dem Matthäus-Evangelium für heute.

Ja, Christen gehören oft zu denen, die weit in die Zukunft, zum Reich Gottes denken können und wollen. Und die unsere Gegenwart verändern wollen, damit sie der für uns von Gott gewollten Zukunft nicht so schreiend, so eklatant, so widerwärtig widerspricht. Diese für Fortschritt kämpfenden Christen können tief träumen und dabei hellwach sein.

Aber es gehört eben auch zur Wahrheit, dass einige der konservativsten Menschen der Welt auch Christen sind. Und sich auf Ihren „Glauben“ berufen, wenn sie durchsetzen wollen, dass alles so bleibt wie es ist. Sie ertragen das schreiende Unrecht, weil sie denken, dass Gott die Welt so eingerichtet hat und uns erst im Reich Gottes erlösen will.

Was für ein seltsames Denken? Hätte Gott uns dann seinen Sohn geschickt? Wäre Gott dann Mensch geworden, wenn er alles so bewahren wollte, bis zum Ende der Zeit? Warum haben wir dann angefangen mit Jesus Christus unsere Zeit neu zu rechnen, so dass wir heute im Jahr 2021 nach Christi Geburt leben!!!

Unser Auftrag ist der Stadt, des Staates, der Welt Bestes zu suchen. Jeden Tag neu.

Wir sollen Salz der Erde sein und Licht der Welt. Und nicht die Käseglocke über die bestehenden unerträglich ungerechten Verhältnisse stülpen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug, so lange ich lebe, mich von den Progressiven wie Hus und Morus, denen die im Auftrag Gottes Veränderung für unsere Welt wollen, inspirieren lassen.

Mir von Ihnen Kraft holen, um der Bequemlichkeit, der Borniertheit und oft auch Dummheit der Konservativen Paroli zu bieten. Und zugleich natürlich klar im Blick behalten und wissen, gegen die Übereifrigen der Linken, von Marx & Engels bis Lenin & Stalin und Lafontaine & Wagenknecht, dass wir das Reich Gottes nicht herbei zwingen können. Wir können einen wichtigen Beitrag leisten. Nicht mehr! Aber eben auch nicht weniger.

Und der Glauben an Jesus Christus, dem ich ja nachfolge als Christ, gibt mir dazu die nötige Kraft und Dreistigkeit, aber eben auch die ebenso nötige Bescheidenheit und Hoffnung. Bleiben sie gesundBehütet.

 

07.07.2021   Mittwoch

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.“ schrieb Johannes in seinem ersten Brief im Neuen Testament.

So nötig wie die Luft zum Atmen, so nötig ist die Liebe zum Leben. Nicht umsonst sind die beiden Worte eigentlich nur durch eine Dehnung, ie statt e unterschieden. Und so wird auch Leben durch Liebe gedehnt. Life und Love und Live im Englischen zeigen auch wie nahe sich Leben und Lieben sind.

Das Christentum, der christliche Glaube, besteht in der Liebe, ist Liebe.

Jesus Christus ist eine einzige Anstiftung zur Liebe durch Gott.

Und deshalb kann Jesus das ganze Neue Testament – den ganzen Neuen Bund Gottes – in sein Dreifachgebot der Liebe zusammen fassen. Sie stutzen? Weil sie immer nur vom Doppelgebot der Liebe gehört haben?

Aber das ist eine widerliche Irrlehre der Kirche über fast 2 Jahrtausende. Weil die Kirche die Menschen, anders als Jesus, nicht dazu anstiften wollte, sich auch selbst zu lieben. Aber daran krankt Kirche und kranken Christen bis heute. Dass sie sich nicht selbst aus Gottes Hand annehmen können. Aber das ist doch eine der zentralen Fügungen in der Schöpfung. Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben. Und noch wichtiger: nur wer geliebt wird, kann sich selbst lieben. Und deshalb beginnt Gott mit dem Lieben. In diesem Menschen Jesus Christus, der zwar zum Widerspruch angestiftet hat, aber sich am Kreuz für die Menschen, die er liebte, hingegeben hat

Das Judentum lebt vom und aus dem Gebot! „Du sollst!“ Die 10 Gebote und insgesamt 613 Gebote in der ganzen Thora. Mose ist der wichtigste Prophet und zugleich Gesetzgeber für die Juden. Das Dreifachgebot, das Doppelgebot der Liebe findet sich so noch nicht im Alten Testament. Im Alten Bund.

Und der Islam ist Unterwerfung! Unterwerfung unter Gottes Willen. Unter Gottes Gebot. Mohammed hat eben Islam, das heißt Unterwerfung, verkündet.

Jeder kann sich frei entscheiden, was er glaubt. Ich habe mich für die Liebe entschieden. Für Jesus Christus. Denn Christus ist die menschgewordene Liebe Gottes. Ich erlebe sie und erfahre sie im Glauben. Und daraus, darum, deswegen kann ich mich selber aus Gottes Hand annehmen. Mit meinen Gaben und meinen Behinderungen. Meinen Möglichkeiten und Einschränkungen.

Und so werde ich fähig, meinen Nächsten anzunehmen. Meine Nächsten waren zuerst meine Mutter, mein Vater. Ihre Liebe hat mich fähig gemacht, mich anzunehmen, zu leben und zu lieben.  Wo das nicht geschenkt worden ist an die Kinder, laufen sie oft ein Leben lang behindert, eingeschränkt durchs Leben. Denn sie können nicht lieben – sich selbst nicht und deshalb auch nicht den Nächsten.

Aber manchmal gelingt dann doch das Wunder der Liebe im Glauben. Dass sich Menschen dann doch noch aus Gottes Hand annehmen und dann fähig werden zu der Liebe, mit der sie geliebt worden sind.

Liebe ist Energie die weitergegeben wird. Und der Energieerhaltungssatz, der, so weit wir heute wissen, erstmals von dem Heilbronner Arzt Julius Robert von Mayer, der von 1814 bis 1878 lebte, entdeckt worden ist, gilt eben auch für die Liebe.

Liebe geht nicht verloren. Liebe verändert.

Die Liebe Gottes in Jesus hat die Welt verändert. Wir rechnen seitdem unsere Zeit neu! Wir leben anno domini, im Jahr des Herrn 2021 nach Christi Geburt.

Und letztlich hat doch auch die Liebe zu den Menschen, mit der uns Gott in Jesus geliebt hat, die Europäischen Revolutionen hervorgebracht! Weil Menschen in ihrer Liebe zu Gott die Verhältnisse für Ihre Nächsten ändern wollten. Weil sie in ihrer Liebe zu Ihren Nächsten nicht mehr ertragen wollten und konnten, dass Menschen so leben, wie sie vor den Revolutionen lebten.

Tilman Riemenschneider, dessen Gedenktag heute ist, weil heute sein 2. Geburtstag war, also landläufig sagen viele, sein Todestag, war ein solcher Mensch. Nicht nur Bildschnitzer und Bildhauer, dessen Werke uns heute noch begeistern, sondern auch Bürgermeister und dabei zugleich Freiheitskämpfer. Ja, er hat Jesus verstanden, hat ihm seine Gaben zur Verfügung gestellt und in seiner Liebe, die er durch Jesus von Gott erfahren hat, die Welt verändert. Mit ihm können wir die Losung von heute aus Psalm 79 beten: „Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!“ Bleiben sie gesundBehütet.

 

Nikolasseer Predigten

und

"Das geistliche Jahr" von Anette von Droste-Hülshoff

 

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Nikolasseer Predigten

 

"Das geistliche Jahr" von Anette von Droste-Hülshoff

 

„Das Geistliche Jahr“ von Annette von Droste-Hülshoff

 

Die große Schriftstellerin und Dichterin Ricarda Huch hat vor über 170 Jahren mal gesagt: „Man pflegt Annette von Droste die größte Dichterin Deutschlands zu nennen, und das ist sie und wird es einstweilen bleiben.“ Und schon zuvor hatte Lessing geschrieben: „Wer wird nicht eine Droste loben? Doch wird sie jeder lesen? Nein!“ Und der Vers geht dann weiter: „Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein!“ Viele von uns haben in der Schule „Die Judenbuche“ gelesen. Aber viel mehr kennen wir von ihr nicht. Deshalb hat sich jetzt der Fernseh-Sender „HauptstadtTV“ vorgenommen, ein ganzes Jahr lang jeden Sonn- und Feiertag, zu dem Annette von Droste-Hülshoff ja ein Poem geschrieben hat, eine kleine Orgelandacht mit dem jeweiligen Poem des Tages zu senden.

Dietrich Schönherr, 30 Jahre lang Organist und Kantor auf der Insel Hermannswerder, wird mit einem Orgelstück eines bekannten Komponisten oder einer Orgel-Improvisation zu Beginn zu hören sein. Dann werde ich das Poem für den jeweiligen Tag vortragen, nur wenige Minuten lang, und dann wird Dietrich Schönherr noch einmal auf der Orgel von Hermannswerder zu hören sein.

Sicher ist die Sprache von der Droste uns in Teilen fremd. Wird ihr Werk gewürdigt, wird das „Geistliche Jahr“ oft übersehen. Aber sie hat daran fast ihr ganzes Leben lang gearbeitet, über 40 Jahre, in zwei großen Würfen, das Anliegen von jedem der knapp 90 Sonn- und Feiertage mit dem entsprechenden Tagesevangelium für sich selbst zu deuten. Ihre Texte sind spannende, leidenschaftliche Andachten, die sie sich selber hält. Ganz im Sinne des schönen Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert von 1757, rund ein halbes Jahrhundert vor ihr: „Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.“ Niemand hat vor ihr etwas Vergleichbares gewagt oder gemacht. Und Dank dem Sender HauptstadtTV wird nun das Ganze, wohl auch zum ersten Mal, in seinem ursprünglichen Anliegen zu hören sein. Das Kirchenjahr begleitend wird das gesamte Geistliche Jahr von Palmsonntag an, mit ihren Poemen meditiert.

 

Im Rahmen der Produktion "Das geistliche Jahr" haben wir nun auch eine Rubrik auf der Internetseite von Hauptstadt.TV angelegt. Dort werden künftig an den Ausstrahlungstagen gegen 8:00 Uhr die entsprechenden Clips freigeschaltet. Sie sind ab diesem Zeitpunkt dauerhaft verfügbar. Am Ende sollte also die komplette Sammlung der Gedichte in der Rubrik abrufbar sein. Den ersten Beitrag habe ich bereits jetzt online gestellt:

Letzte Änderung am: 06.07.2021