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RSSPrint

Konfirmationsgottesdienste 2020

Texte zur Konfirmation 2020

 

 

 


 

Evangelische Kirchengemeinde am Nikolassee

 

Tauf- und Konfirmationsgottesdienste am

Sonnabend       22. August und 11. September 2020     11.00 Uhr

 

Pfarrer Steffen Reiche & Kirchenmusikerin Karola Hausburg &

Michael Netzker - Trompete

 

Kirchdienst Leo Dagan

 

 

( Fotos mit Konfirmanden & Pfarrer auf Treppe vor der Kirche vor dem Einzug mit Masken )

 

Musik zum Eingang: HenryPurcell aus Suite C-Dur: Marche (Fotograf vorn)

(Einzug der Konfirmanden aus der Kirche  die Gemeinde erhebt sich)

 

Votum / Begrüßung

Liturg: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.        Gemeinde: Amen

Liturg: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn. Gemeinde: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Liturg: Der Herr sei mit Euch!                               Gemeinde: Und mit Deinem Geist.

Willkommen für die Konfirmanden und ihre Familien und die Gemeinde

Willkommen zu Eurem Konfirmationsgottesdienst – dem Tag, an dem ihr Ja zu Eurer Taufe sagen wollt. Ein besonderes Jahr – so hätten wir uns das alles nicht vorstellen können – dass wir lieber draußen gefeiert hätten – und dass wir diesen Gottesdienst mit Masken feiern. Und dass Corona ein so seltsames Teekesselchen geworden ist – früher stand es nur für die corona, die Krone des Lebens, die uns in der Taufe versprochen worden ist. Die Nähe und die Liebe Gottes. Heute steht es vor allem für die Pandemie, die unser Leben so schlagartig verändert hat, wie der Klimawandel es langsam tut.

Wir sind mit Masken eingezogen, auf denen ein Fisch zu sehen ist. Mancher hat vielleicht gedacht, die Masken sind von der Kette Nordsee gesponsert worden. Nein. Es ist das älteste und kürzeste Bekenntnis der Christen – denn Fisch heißt auf Griechisch ixtys – das sind die Buchstaben für Jesus Christus Sohn Gottes Heiland – Iesous Xristos Theou Hyos Soter.

In den Katakomben wurde es an die Wand gemalt und in den Hauskirchen und erzählte davon, was die Christen glauben – dass uns in Jesus Gott selbst begegnet und dass er uns das Heil bringt. Auch Eure Konfirmationssprüche erzählen davon.

Ich freue mich mit euch – es war ein schöner Weg, den wir gemeinsam gegangen sind in den letzten 2 Jahren. Eure Konzentration konnte nicht immer mit dem Interesse mithalten, aber besser als umgekehrt. Als wir unseren Weg begonnen haben, waren wir an einem der dunkelsten Orte deutscher Geschichte, in Sachsenhausen bei Oranienburg und nun zum Schluss wollten wir an einen der guten Orte unserer Geschichte, da wo Menschen sich durch das Evangelium die Freiheit zu einem neuen Leben genommen haben, wo die Bibel in unserer Sprache gelesen wurde und der Gottesdienst in unserer Sprache gefeiert worden ist. In Wittenberg. Aber da gehen wir noch hin. Versprochen. Gemeinsam mit den neuen Konfis.

Lied EG 334 “Danke“ wir haben Grund zum Danken auch in dieser Zeit. Mit jeder Strophe einen Halbtonschritt höher....

 

Psalmen – ältesten Gebete der Menschheit – vor rund 3000 Jahren entstanden –

am Tempel in Jerusalem – zu Zeiten von König David und Salomo

Psalm 23 EG 711  „Der Herr ist mein Hirte“ ( Konfirmanden im Wechsel mit der Gemeinde – Konfirmanden beginnen, Eltern und Familien lesen das Eingerückte)

Gebet Psalm 23 Kirchenpsalm EG 711 Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.  Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,  dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. 

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Amen.

 

Gebet: (Liturg)

Liturg: Kyrie eleison                     Gemeinde: Herr erbarme Dich

Liturg: Christe eleison                  Gemeinde: Christe erbarme Dich

Liturg: Kyrie eleison                     Gemeinde: Herr erbarm Dich über uns

Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe!

Gemeinde: Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.

Gloria“ (EG 179)

Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade,

darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade.

Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Text und Melodie: Nikolaus Decius (1523) 1525 nach dem »Gloria in excelsis Deo« 4. Jh.

 

Evangelium Matthäus 28 „Der Missionsauftrag“ (GKR-Vorsitzende liest - Gemeinde erhebt sich)

 

Gemeinde: „Ehre sei dir Herr !“

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Gemeinde:  „Lob sei dir Christus !“(Die Gemeinde setzt sich wieder)

 

Lied EG 209 „Ich möcht´ dass einer mit mir geht“

 

1. Ich möcht’, dass einer mit mir geht, der’s Leben kennt, der mich versteht,

    der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht’, dass einer mit mir geht.

2. Ich wart’, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht,

    der in den dunklen Stunden mir verbunden. Ich wart’, dass einer mit mir geht.

3. Es heißt, dass einer mit mir geht, der’s Leben kennt, der mich versteht.

    Der mich zu allen Zeiten, kann geleiten. Es heißt, dass einer mit mir geht.

4. Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist;

    er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich möcht’, dass er auch mit mir geht.

Text und Melodie: Hanns Köbler 1964

 

Predigt von Pfarrer Steffen Reiche zur Konfirmation 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

 

heute wollt ihr euch konfirmieren lassen. Aber sich konfirmieren lassen? Das geht gar nicht!

Taufen lassen kann man sich. Denn es ist absurd, wenn jemand sagt: Ich taufe mich.

Taufen kann man sich nur lassen – das kann man wollen und erbitten und dann geschieht es.

Man kann sich taufen lassen! Aber konfirmieren kann man sich nur selber. Taufen lässt man sich, aber beim Konfirmieren ist es anders rum – das macht man selbst.

Denn Konfirmation bedeutet Befestigung, Bestätigung, Bekräftigung und das könnt ihr nur selbst. Eure Eltern, die haben euch vor über einem Jahrzehnt taufen lassen. Und sie haben Euch angemeldet für den Konfirmationsunterricht und wir waren fast 2 Jahre unterwegs, Ihr wart häufig im Gottesdienst und im Konfi, im Konfirmandenunterricht und nun wollt ihr JA sagen zu Eurer eigenen Taufe von damals. Weil Ihr damals nicht Ja sagen konntet, seid Ihr heute gefragt!

Damit seid Ihr mündig – religionsmündig, denn Ihr habt selber entschieden, Euch zu dem Glauben zu bekennen, den Eure Eltern Euch vorleben.

 

Und ihr habt Einiges neu zu sehen gelernt, habt Einiges neu verstanden. Ihr habt neu verstanden, warum man zwar Vieles wissen kann und soll, aber Einiges eben nur glauben kann. Und wie man das sinnvoll unterscheidet.

Ich begegne immer wieder Menschen, die mir sagen, warum sie nicht glauben können. Und dann erzählen sie mir warum. Und ich sage dann: Das glaube ich auch nicht. Und dann gucken sie mich erstaunt an und fragen: Aber sie sind doch Pfarrer! Und dann sage ich: Aber deshalb muss ich doch keinen Blödsinn glauben! Und ich sage Ihnen: Wenn man das glauben müsste, was sie nicht glauben wollen, dann wäre ich kein Pfarrer. Und dann beginnt oft ein richtig gutes Gespräch, was manchmal in eine Taufe übergeht. Denn sie sagen dann: JA, das glaube ich auch. Das kann ich auch glauben. Das erhoffe ich mir von Gott.

 

Mit eurer Konfirmation befestigt Ihr euch selbst im Leben. Wer das nicht macht, wird zum Treibgut. Aber wenn alle nur Treibgut sind, wird’s gefährlich. Das kann man nur als Floß stromab.

 

Aber dafür seid ihr nicht bestimmt. Das wollt Ihr nicht und das wollen Eure Eltern nicht! Das wollen Eure Paten und auch all diejenigen nicht, die euch heute beschenken, weil sie große Hoffnungen in Euch setzen. Und ich will es auch nicht. Deshalb habe ich oft mit Euch im Konfi um Eure Aufmerksamkeit gekämpft, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Euch Dinge passieren werden, wo es darauf ankommt, dass ihr Euch an das erinnert, was wir Euch erzählt haben.

Denn, so sagt es Shakespeare: „Es gibt Dinge, von der ihr Euch in Eurer Schulweisheit nichts träumen lasst!“

Ich schicke Euch mit der Agende des Gottesdienst auch noch einmal das, was wir in den 2 Jahren gemeinsam gemacht haben. Damit ihr euch erinnern könnt oder zumindest wisst, was ihr verpasst habt, wenn ihr nicht da wart. Das könnt ihr heute Revue passieren lassen und Ihr könnt auch mit Euren Paten darüber sprechen. Schön dass sie alle da sind! Dass Ihr Sie alle mitgebracht habt, heute, wo ihr euch in eurem Glauben konfirmiert, bestätigt und dann gesegnet werdet, für euren Lebensweg.

Bisher waren Eure Eltern für Euch in allen Fragen Halt und Orientierung. Aber umso selbständiger Ihr werdet, umso reifer Ihr geworden seid, spürt ihr, dass man einen festen Punkt braucht, wo der Fuß fest steht. Nur Münchhausen konnte sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen!

Aber das war nur der Sumpf seiner Lügen. Archimedes, ihr wisst schon, der, der nackt durch Syrakus lief und „Heureka“ rief, der wusste es besser und hat gesagt: „Zeige mir einen Punkt, wo mein Fuß fest steht, und ich bewege die Erde!“

Das ist physikalisch  richtig. Und der Glauben ist solch ein Punkt. Glauben ist ein Archimedischer Punkt. Wo ein Mensch fest stehen kann. So kurz vor dem Europäischen Championsleague-Finale, will ich es euch mit Spielbein und Standbein noch einmal in Erinnerung rufen. Unser Wissen ist unser Spielbein, deshalb haben wir alle zu Hause, in der Kita, in der Schule und im Studium so viel gelernt, damit wir was bewegen können, damit wir im Leben ein paar Tore schießen. Aber wer kein Standbein hat, der hat auch kein Spielbein. Und unser Glauben ist unser Standbein.

Schule vermittelt Wissen - abprüfbar, nachprüfbar, lebenswichtig! Mehr kann sie nicht! Mehr darf sie nicht! Mehr soll sie deshalb auch nicht. Aber Glauben schafft den festen Stand im Leben.

Eure Eltern wissen das! Sie haben Euch festgemacht, in dem, was sie glauben. Aber nun sollt ihr auf Eure eigenen Füße kommen, Euch konfirmieren und befestigen bei dem, der A und O ist. Easyjet warb damit, dass Erholung A & O ist. Das ist gefährlicher Unfug. A & O kann nur der sein, dem wir im Leben und im Sterben vertrauen können.

Also Gott – den wir nicht sehen, weil unsere Augen in diese Dimensionen nicht schauen können! Also Gott, den wir nicht wissen können, weil wir nicht über ihn verfügen können! Den wir nicht berechnen können, weil er nicht nach den Gesetzen lebt, die er uns gegeben hat. Weil er jenseits seiner Gesetze ist, der Gesetze seiner Schöpfung.

Wurzeln und Flügel braucht ein Mensch zum Leben! Wir haben uns deshalb gemeinsam auf den Weg gemacht, beides zu stärken. Wurzeln, damit Ihr wisst, wo Ihr herkommt, was Euch Halt gibt, was Euch Boden unter den Füßen gibt. Und Flügel, damit ihr Euch auf den Weg machen könnt zu neuen Ufern, damit ihr den Überblick gewinnt und Orientierung.

 

Ihr seid mit uns auf dem Weg geblieben und habt Zeit und Kraft investiert. Habt Euch entschieden, heute JA zu sagen zu Eurer Taufe. Nun könnt auch Ihr Paten sein. Könnt sogar die Nottaufe spenden. Gebe es Gott, dass ihr es nie müsst. Und habt das aktive Wahlrecht in der Kirche. Aber ihr wisst, auch und gerade in einer Stadt wie Berlin – Ihr hättet Euch auch anders entscheiden können! Ihr hättet gar nichts machen können oder aber eine andere Religion wählen – Jude oder Moslem oder Hindu oder Buddhist werden.

Ihr habt die Freiheit und wollt heute nun in dieser Freiheit Ja sagen zu Gott, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat. Ihr seid auf dem Weg erwachsen zu werden! Herauszuwachsen aus der wunderbar behüteten Kindheit, in der Eure Eltern für Euch Verantwortung getragen haben und wollt und sollt nun selber Verantwortung tragen für Euer Leben.

Verantwortlich sein, heißt Antwort zu geben, wenn man gefragt wird. Zur Verantwortung haben Euch Eure Eltern erzogen. Und wir haben im Konfirmandenunterricht versucht, Euch genau dafür stark zu machen. „Wir haben Gottes Spuren festgestellt.“ Wir haben sie gefunden – in der Bibel, in der Geschichte, in Euren Erfahrungen und Gefühlen. Aber da kann man nie einfach sagen: Jetzt ist Gott bewiesen.

Wo wir herkommen, haben wir nicht bestimmt! Und wo wir hingehen am Ende unseres Lebens, wissen wir nicht. Aber es trägt und hält uns jemand, der größer ist als wir. Viele auf der Welt nennen diese Macht Gott. Man muss das nicht glauben, aber man darf das glauben.

Es gibt keine Beweise dafür. Beweisen kann man nur, was sich wiederholt, was auf die 4 Dimensionen von Raum und Zeit begrenzt ist und darin für uns verfügbar. Aber was darüber hinausreicht, wie zum Beispiel die Liebe, das ist nicht zu wissen, sondern nur zu glauben. Glauben ist deshalb auch eine höhere Erkenntnisform, weil sie sich auf Höheres richtet, weil sie etwas über Raum und Zeit hinaus erkennen will und erkennt.

Ihr investiert mit dieser Entscheidung heute in Euer Leben. Und gutes Investment trägt Zinsen. Fragt mal eure Eltern! Deshalb wäre es schade, wenn es Euch so gehen würde, wie den Tauben in einer Kirche hier in Berlin: Ein Küster sagt ganz entnervt zu seinem Kollegen einer anderen Kirche: "Bei uns in der Kirche gibt es so viele Tauben und ich werde sie nicht los!"

"Ganz einfach", sagt der Kollege. „Mach es so wie ich. Ich habe sie getauft. Und weg waren sie." So aber soll es bei uns nicht sein.

Taufe soll nicht Aussegnung sein, sondern Station auf dem Weg. Und Konfirmation ist eben zugleich auch Einsegnung – nicht Aussegnung.

Wir sind miteinander einen guten Weg gegangen. Und Eure Eltern und Paten mit Euch. Sie wollen, dass ihr Glauben erlebt und spürt, dass Glauben den Blick weitet und manchmal eben auch Berge versetzen kann.

Ihr habt viel Zeit investiert. Jugendweihe hätte man schon nach 7 Nachmittagen feiern können. Aber wir haben uns weit über 40 mal getroffen, manche gar 60 mal und öfter bei den Gottesdiensten, den Konfirmandenstunden und den Konfi-Samstagen. Und ihr bekommt heute nicht wie in der Schule einen Abschluss, sondern ihr wollt heute ein Bekenntnis ablegen.

„Ihr wollt, dass einer mit euch geht, der’s Leben kennt und euch versteht.“ Das haben wir eben auch gesungen. Manche von euch haben dieses Lied auswendig gelernt – das heißt, es gehört nun zu der Handvoll Dinge die ihr nach der Konfirmandenzeit sicher im Kopf habt – Vaterunser, 10 Gebote, Psalm, Lied und Glaubensbekenntnis. Ihr habt sie gestern gesprochen. Und Ihr werdet es hoffentlich Euer Leben lang behalten. Das ist eine sichere Ration für die Not, die Euch begegnen kann und für die Freude, das Glück, das Euch prägen wird. Heute Nacht erinnern wir uns an die Bartholomäus-Nacht von 1572. Evangelische Christen sind in Frankreich verfolgt worden. Zum Glück haben wir im Abendland daraus gelernt und heute gehört die Religionsfreiheit zu den Allgemeinen Menschenrechten -  seit 1948. Und es gibt sie bis heute nicht in großen Teilen unserer Welt – in dem riesigen China, in Indien, in Korea und im ganzen arabischen Raum und in großen Teilen der gesamten muslimischen Welt.

Wir haben gemeinsam Sicherheit erlangt, dass wir zu Jesus Christus gehören wollen, seine Nachfolger sein wollen, also Christen. Wir sind dabei nicht auf uns selbst angewiesen, sondern Gott weiß, dass Menschen dem unsichtbaren Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde, nur dann folgen können, wenn sie durch seinen Geist, den Heiligen Geist, dazu befähigt werden.

Ihr wollt ja sagen, zu Jesus Christus als einem Begleiter und Vorbild für Euer Leben. Ja sagen zu Eurer Taufe. Und ihr könnt dass, weil ihr Euch in unseren Gesprächen eine Mündigkeit dazu erworben habt. Denn heute seid Ihr gefragt, nicht eure Vormünder, nicht Eure Eltern!

 

Wer mündig wird, lebt verantwortlich. Denn er weiß, dass er nicht nur sich selbst zur Freude lebt, sondern Verantwortung vor Gott hat. Auch hier in der Kirche geht es um Bildung. Aber während ihr in der Schule nur die Dinge lernt, die man wissen kann, haben wir hier gemeinsam auf den gehört, dem man nur glauben kann. Der sich nicht begreifen lässt, weil er über Länge, Breite, Höhe und Zeit hinaus ist und nicht auf Raum und Zeit begrenzt ist. Dem man deshalb auch nur im Glauben begegnen kann. Manchmal ist das gelungen, dann hat man das am Leuchten in Euren Augen gesehen oder dass Ihr still geworden seid. Dann habe ich gespürt, dass Ihr nicht nur etwas begriffen habt, sondern dass Ihr ergriffen worden seid.

Im Evangelium, in der frohen Botschaft vom Himmelfahrtstag, dem Taufbefehl, haben wir es vorhin gehört. Den Jüngern, den Freunden und Wegbegleitern Jesu geht es wie uns: sie sehen Jesus, sie verehren ihn, aber sie zweifeln auch. Das, was Ihr in der Schule und das, was Ihr in der Kirche lernt, trägt im Leben. Über Bildungsabschlüsse werden Lebensmöglichkeiten vergeben, Zugänge eröffnet. Deshalb nehmt ihr Schule zu Recht ernst. Aber hier haben wir über den geredet und von dem gehört, dem man im Leben und im Sterben vertrauen kann. Ihr habt noch soviel Leben vor Euch, dass Ihr nur erst ahnt, wie wichtig es ist, jemanden im Leben und im Tode vertrauen zu können. Bei uns Älteren, den Eltern und Großeltern, ist das schon anders.

Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid halbes Leid. Gott macht doppelte Freude und trägt das Leid, 'trägt euch im Leid, weil ihr niemals tiefer fallen könnt, als in Gottes Hand.

Und mit diesem Taufauftrag, diesem Missionsauftrag, sind das erste Mal in der Menschheitsgeschichte Menschen in alle Weit ausgesandt worden. Weil dass, was ihnen mit Jesus begegnet ist, wirklich die Menschen an allen Orten, zu allen Zeiten, in allen Sprachen und Kulturen angeht. Bis dahin hatten alle nur ihre eigenen Götter, die sie sorgsam vor den anderen beschützt haben. Weil sie selber von ihnen beschützt werden wollten und anderen nichts davon weiter gesagt haben. Es war für sie wie ein schützender Zauber. Die Jünger aber verstehen nun, dass Gott etwas für alle Menschen getan hat mit Jesus, dem Menschen, in dem Gott uns selbst begegnet. Auf Golgatha, am Kreuz! Und am Ostermorgen. Und dass Gott eben der Gott für alle Völker, für alle Menschen ist und sein will.

Der Name Gottes ist missbraucht worden in der Geschichte. Gott sei’s geklagt. Wir haben auch darüber gesprochen. Um Macht auszuüben über andere, z. B. bei Zwangstaufen. Taufe und Konfirmation aber gibt es nur freiwillig. Dazu kann und darf niemand dazu gezwungen werden. Aber wo getauft wird, da ändert sich dann auch die Wirklichkeit. Da beginnen Menschen zu glauben und Gott zu loben.

In Amerika wollten die Handelsreisenden der spanischen Krone den Pfarrern verbieten, die Indios zu taufen. Denn damit würden sie ja als Menschen anerkannt werden und dann müsste man sie irgendwann auch wie Menschen behandeln. Aber die Pfarrer haben sich nicht abhalten lassen und die Indios gefragt, ob sie getauft werden wollen. Und noch heute, jetzt wo wir Gottesdienst feiern,  ist es in Indien so, dass die Kastenlosen, die Parias, Jesus vertrauen, weil durch die Taufe aus Unberührbaren Menschen werden. Dem Gott, der Gleichberechtigung stiftet, dem vertrauen sie!!!

 

Und so war es überall seit Himmelfahrt, seit Pfingsten. Getaufte sind seit 2000 Jahren vor Gott in Verantwortung dafür. Und genau daraus ist unsere Demokratie entstanden. Denn bei der Taufe sind immer Männer und Frauen, Mädchen und Jungen gleichberechtigt behandelt worden! So dass daraus in einem langen Prozess Gleichberechtigung entstanden ist. Frauen sind nie anders getauft worden als Männer, Weiße nie anders als Schwarze oder Rote oder Gelbe. Und deshalb ist, deshalb konnte bei uns ein Verständnis dafür wachsen, dass vor Gott wirklich alle Menschen gleich sind.

 

Globalisierung hat eben nicht 1989 angefangen, als mit der Mauer der Ost-West-Gegensatz aufhörte. Und hat nicht mit der Reformation oder der Neuzeit begonnen! Hat nicht mit Kolumbus oder Marco Polo begonnen! Sondern damit, dass erstmals Menschen durch Jesus Christus in der Geschichte (sozusagen die Sprachverwirrung vom Turmbau zu Babylon aufhebend) gespürt und geglaubt haben, dass Gott etwas getan hat, was Menschen an allen Orten, zu allen Zeiten, in allen Kulturen und Sprachen betrifft.

In eurem Leben werdet ihr erleben, wie diese Globalisierung immer weiter Fahrt aufnimmt.

Gott hat uns zusammen geführt – heute kennen wir nicht nur seine Botschaft, die das Leben von 2,3 Mrd. Menschen prägt, sondern auch die Weltsprache Englisch und die binäre Sprache, in der unsere Computer miteinander reden, von der unsere Infrastruktur gesteuert wird und die DNS, die wir zu lesen gelernt haben, weil Menschen sich mit dem Taufauftrag im Kopf auf den  Weg gemacht haben und verstanden haben, „dass Gott will, dass allen Menschen geholfen werde.“

 

Ja, die Reformation, die Rückbesinnung auf die Botschaft Jesu war eine Zumutung für die Menschen und die Kirche. Aber sie hat die Welt verändert. Dort, wo sie gewirkt hat, haben wir heute den höchsten Wohlstand und die größte Zufriedenheit der Menschen und die geringste Korruption. So wie William Penn, der britische Quäker, der im Juli diesen Jahres vor 300 Jahren gestorben ist, die USA und die Welt von Pennsylvania aus ganz wesentlich geprägt hat.

Das waren Zeiten, als dort nicht jemand regierte, der aller Welt, wenn er wieder neuen Unfug entschieden hat, zeigen muss, dass er seinen Namen schreiben kann. Oder wie der Pfarrer Martin Luther King, der vor über 50 Jahren erschossen wurde, weil er der Rassentrennung widersprochen hat und weil er einen Traum hatte, der die Welt verändert hat.

Millionen solcher Geschichten gibt es. Aber uns werden von denen, die nicht glauben wollen, immer nur die Geschichten erzählt, wo Kirche versagt hat. Ja die gibt es. Und die haben viele Menschenleben gekostet. Und sie sollen auch erzählt werden, damit wir es besser machen. Damit wir daraus lernen.

Wir haben gemeinsam gelernt zu widersprechen – auf Jesus Christus zu hören und erst dann auf die Kirche. Denn immer wieder in den letzten 2000 Jahren haben Menschen in der Kirche auf das Evangelium gehört und dann der Kirche und dem Staat widersprochen. Gut so!

Denn das Evangelium, die Botschaft Gottes in diesem Menschen, unserem Freund und Bruder Jesus Christus macht uns mutig, für die Würde und Rechte aller Menschen zu kämpfen. Das Dreifachgebot der Liebe – du sollst Gott lieben, weil er zur Liebe befähigt und dann Deinen Nächsten so wie dich. Weil er genauso viel wert ist, von Gott genauso geliebt wird, wie du selber. So geben wir dem Nächsten seine Würde – denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Unser GG lebt von Grundlagen, die es selbst nicht schaffen kann, hat einer der wichtigsten Verfassungsrichter Böckenförde einmal gesagt. Und unsere Menschenrechte kommen aus dem Hören auf Gottes Wort. Aber sie sind heute universal! Dass haben alle Staaten anerkennen müssen, ehe sie der UNO beitreten durften.

Dass muss man ihnen deshalb auch immer wieder sagen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, weil nicht wir sie Menschen geben, sondern sie einem Menschen von Gott geschenkt worden ist.

Man braucht Mut zum Widersprechen! Zivilcourage! Auch darüber haben wir gesprochen! Uns Mut machen lassen von Menschen, die das schon einmal gewagt und geschafft haben. Und nicht immer auf die reinfallen, die immer nur der Kirche widersprechen, weil sie nicht glauben wollen oder können und immer nur Schlechtes über die Kirche reden, der sie doch verdanken, dass sie von Jesus gelernt haben, Staat und Kirche zu widersprechen. Denn dort, wo das nicht von Jesus gelernt worden ist, mühsam, unter viel Leid und Qualen, ist das bis heute noch nicht erlaubt.

Wir erleben das gerade an vielen Orten unserer Erde. Aber leider auch dort, wo die Orthodoxe Kirche den Menschen diesen Mut gerade nicht gibt, wie in Belarus und in Russland.

 

„Sei also nun selbst die Veränderung, die du dir wünschst!!!“ rufe ich euch am Tag eurer Konfirmation zu. Ihr denkt und hofft, ihr habt es nun einfacher als die Generationen vor euch!? Den Zahn muss ich euch ziehen. Denn unsere Welt steht in sehr schmerzhaften Veränderungen. Und umso länger wir uns wehren, umso schmerzhafter werden sie.

Euer Glauben gibt euch Orientierung. Er ist wie eine Magnetnadel, die im Kraftfeld Gottes euch den rechten Weg weist. Aber ihr müsst schon auf diesen Kompass schauen, ihr müsst offen bleiben für Gott, ihn um seinen Rat bitten. Deshalb hat sich Kirche auch immer geändert. Meist gegen den Willen der Mächtigen. Die oft berechtigte Kritik an der Kirche ist nämlich immer zuerst in der Kirche selbst entstanden, weil man dort durch Jesus sah, wo etwas nicht mit rechten Dingen zuging oder zugeht. Die Kritik an der Kirche und vielem anderen in der Welt entsteht durch das Hören auf den Heiligen Geist. Deshalb bleibt bitte der Gemeinde Gottes treu.

Unser Glauben hat die Welt verändert. Ihr seid zum Glück nicht so einfältig, dass ihr glaubt, dass unser Wohlstand vom Himmel gefallen ist. Er konnte nur dort erarbeitet werden, wo Menschen unserem Gott vertraut haben und ihre Staaten, ihre Gesellschaft, ihre Familien und ihre Gesetze in diesem Glauben geordnet haben.

Zuletzt will ich Euch eine wunderbare Geschichte erzählen, die gut zur Konfirmation passt. Von dem Juden Moshe, der Gott sein Leben weiht und ihn nun darum bittet, ihm einmal im Leben einen Lottogewinn zu schenken. Und er geht im ersten Jahr in die Wüste und sagt: Lieber Gott nun warte ich schon ein Jahr, bitte mach, dass es jetzt endlich klappt. Und als nichts passiert, geht er wieder in die Wüste, ruft und fleht. Wieder passiert nichts und so geht Moshe im dritten Jahr zum dritten Mal in die Wüste, weint und barmt, macht Gott Vorwürfe und ist ziemlich enttäuscht. Da ertönt plötzlich eine Stimme aus der Wolke. Gott sagt zu Moshe: „Moshe, auch du musst mir ein wenig helfen!“ „Womit, oh Herr?“ fragt Moshe. „Kauf dir einen Lottoschein.“

Ihr habt mit Eurer Taufe und nun der Konfirmation einen Lottoschein in der Hand. Aber wenn Ihr ihn nicht einlöst, merkt Ihr nicht, wie viel Ihr gewonnen habt. Amen.

Musik: Purcell-Suite: Air

 

Gebet Konfirmanden ( Sonnabend 22.8. & 12.9. )

(1) Guter Gott, viele Wege sind wir gegangen. Einige waren gut, die sind wir gern gegangen. Andere haben wir uns nicht selber ausgesucht, die waren oft schwer.

Welche Wege auf uns warten, wissen wir nicht. Darum bitten wir dich heute: Geh du mit uns.

Und wenn wir dich vergessen, dann bring dich bei uns in Erinnerung.

Stärke unser Vertrauen, so wollen wir dich ehren und dir danken.

(2) Du, Herr, hast uns zu dir hin geschaffen. Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir. Wir dürsten nach Leben, wir suchen nach Erfüllung, wir ahnen, dass es mehr geben muss als alles, was wir erhoffen und uns erträumen. Lass uns dich finden, damit wir wahres Leben haben:

eins mit uns selbst, eins mit den Menschen, eins mit dir. Amen.

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis  EG 804

(Die Gemeinde erhebt sich, ihr habt es auswendig gelernt )

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.(Die Gemeinde setzt sich wieder)

 

Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ EG 503, 1+2+8

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben;

    schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben,

    sich ausgeschmücket haben.

2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide;

    Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.

8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen;

    ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen,           aus meinem Herzen rinnen.                                   Text: Paul Gerhardt 1653   Melodie: August Harder vor 1813

 

Konfirmation Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Heute ist der Tag eurer Konfirmation.

Ihr seid getauft worden. Die Gemeinde feierte damals Gottesdienst und eure Eltern und Paten standen mit Euch am Taufbecken. Das war vor vielen Jahren. Nun seid ihr herangewachsen.

Im Konfirmandenunterricht haben wir uns mit Fragen des christlichen Glaubens beschäftigt.

Schon vorher haben viele von euch davon etwas gehört: im Elternhaus, im Kindergottesdienst,

im Religionsunterricht. Wir haben gemeinsam nach tragfähigen Antworten gesucht. Am Ziel des Glaubensweges ist noch keiner von uns. Wir haben heute schon gemeinsam mit den Konfirmanden und der Gemeinde das Bekenntnis der Kirche gesprochen und uns damit hineingestellt in die christliche Gemeinschaft, die viele Jahrhunderte, viele Länder, viele verschiedene Menschen umfasst. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns auf unserem weiteren Weg begleiten wird.

 

Konfirmationsfrage Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden nun frage ich euch nach 2 Jahren gemeinsamen Wegs und über ein Jahrzehnt nach eurer Taufe, für die sich damals eure Eltern und Paten für euch entschieden haben: Wollt ihr zu der Gemeinde gehören, die den Glauben an Jesus Christus bekennt? So antwortet dann: Ja. Mit Gottes Hilfe. - Antwort:Ja. Mit Gottes Hilfe.

Gebet

Du, Jesus Christus, bist das Leben. Gib diesen Jugendlichen, was jeder Mensch zum Leben braucht.

Du bist das Licht der Welt. Öffne ihre Augen, dass sie sich und andere wahrnehmen mit Augen der Liebe. Du bist der gute Hirte. Lass sie deine Stimme hören und ihr folgen.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Hilf ihnen, das Leben zu gewinnen. Amen.

 

Verlesen der Konfirmationssprüche & Einsegnung – Konfis und Eltern und Paten stehen auf 22.8. 2020 um 11.00 Uhr - Malwine Glass, Mathilda Krabus, Anna Rebensburg, Theresa Reinke, Leonie Strauß, Zoe Vogelsang, Moritz Klug, Jonathan Kiewitz

 

12.9. 2020 um 11.00 Uhr - Clara Berner, Leonie Klare, Leonie Pankrath,

Florian Hofmann, Johannes Jungstrass-Bufler, Valentin Jurke, Friedrich Kuhn, Friedrich Stöfen 

Malvine Glass „Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit.“ 2. Kor. 3, 17

 

Zuspruch des Segens(Die Eltern, Paten und Geschwister stehen bei der Segnung ihres Konfirmanden jeweils mit auf an ihrem Platz) Die Konfirmandinnen und Konfirmanden treten einzeln nach vorn, bekommen ihren Konfirmationsspruch zugesagt und werden unter Handauflegung gesegnet (Während der Einsegnung läutet die Vaterunser-Glocke!)

 

Musik: M. Jacques: Melancholy Dance

 

Lied: “Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“ (Jubilate 114)

1. Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Halleluja

    Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin. Halleluja

    Kehrvers: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,

    die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:

    ||:Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,:|| (3x) Frieden auf Erden!

2. Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Halleluja

    Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede. Halleluja

    Kehrvers: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,

    die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:

    ||:Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,:|| (3x) Frieden auf Erden!

3. Ich lobe meinen Gott, der meine Tränen trocknet, dass ich lache. Halleluja

    Ich lobe meinen Gott der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Halleluja

    Kehrvers: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,

    die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:

    ||:Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,:|| (3x) Frieden auf Erden!

 

Anrede an die Patinnen und Paten  Liebe Patinnen und Paten, Sie sind Ihren Patenkindern und deren Eltern in besonderer Weise verbunden. An diesem Tag ist ihre Patenschaft nicht zu Ende, sondern geht in eine neue Phase.

Als Gesprächspartner für sie, wird Ihre bisherige Beziehung auch über die Konfirmation hinaus Bedeutung haben. Die Konfirmation kann deshalb für Sie ein Anlass sein, auch in Zukunft Verbindung zu halten, zu schreiben, einzuladen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.

Auch nach diesem Tag bleiben Sie Zeugen ihrer Taufe und nun auch ihrer Konfirmation.

 

Wort des GKR an die Konfirmierten – Wahlrecht – kann genutzt werden 2021

 

Lied „Vertraut den neuen Wegen“ EG 395

1. Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen,

    weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,

    sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

2. Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.

    Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,

    der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

3. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen.

    Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.

    Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Text: Klaus Peter Hertzsch 1989       Melodie: Lob Gott getrost mit Singen (Nr. 243)

 

Abendmahlsfeier – geht leider nicht – holen wir nach

 

Abkündigungen

 

Die Kollekte des heutigen Gottesdienstes ist von Konfirmanden und Eltern bestimmt worden für:

die Arbeit mit Flüchtlingen von Chris Lange und ihrem Mann Pfarrer Jonas Weiß-Lange in Beirut/ Libanon und Syrien - Kurze Kollektenankündigung Nach der schrecklichen Explosion im Hafen von Beirut, bei dem mindestens 170 Menschen getötet, über 6.500 verletzt und ca. 300.000 wohnungslos wurden, ist die Hilfsbereitschaft vor allem von jungen Libanesinnen und Libanesen beeindruckend. Aber auch international ist eine große Hilfsbereitschaft festzustellen, viele große und kleine Initiativen, z.T. Privat­personen, aber auch große Hilfsorganisationen sind neben den libanesischen HelferInnen aktiv. Aber wie wird es längerfristig gehen? Der Hafen war der Ort, an dem fast alle Importe ankamen – 80% der Nahrungsmittel müssen importiert werden. Vor dieser Katastrophe lebte schon die Hälfte der libanesischen Bevölkerung, ca. 2.5 Mio, aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs unter der Armutsgrenze. Die meisten syrischen Flüchtlinge im Land, nach UN-Angaben offiziell immer noch 880.000, leben inzwischen in extremer Armut. Die Geflüchteten in der Bekaa-Ebene sind zwar nicht direkt von der Katastrophe betroffen, aber ihre Lage wird sich dadurch weiter verschlechtern. Deshalb ist es neben der Direkthilfe dringend notwendig, nachhaltige Unterstützung sicherzustellen, damitnicht auch das noch zusammenbricht, was in den letzten Jahren mühsam als Hoffnungsschimmer gewachsen ist.

Das gilt auch für das Schulprojekt für syrische Flüchtlingskinder, für die die Gemeinde Nikolassee in den letzten Jahren immer wieder gespendet hat. Seit der Corona-Krise werden 1.500 Schulkinder mithilfe von online-teaching beschult – eine besondere Leistung in einem Land, in dem Strom keine Selbstverständlichkeit darstellt. Bildung ist und bleibt die einzige Chance, diesen Kindern eine Perspektive zu vermitteln, nur so können sie gegen Verzweiflung, Verarmung (nicht nur im materiellen Sinn) und radikalisierende Einflüsse gewappnet werden. Für dieses Schulprojekt erbitten wir die Kollekte.

Sommerabende in Nikolassee

Sonntag, 13. September 16.00       Valeska Stephan Mezzosopran,

                                                           Martin Busch & Julia Stephan am Klavier

 

Dienstag, 15. September 19.00 Uhr „Wie steht es mit Mission heute?“ Dr. Christoph Theilemann,                                                                        Direktor des Berliner Missionswerkes, BMW

 

Dienstag, 22. September 19.00 Uhr  „Wie gehen Staat und Kirche miteinander um ?

                                                             Aktuelle Fragen des Staatskirchenrechts in Berlin“ ?

                                                             Vortrag von Konsistorialpräsident Dr. Jörg Antoine

 

Dienstag, 29. September 19.00 Uhr "Abend wird es wieder" - Lieder und Chansons für die stille                                                   Tageszeit – Katharina Richter & Rudolf Gäbler

 

Nehmen sie sich Hefte mit und Buch über Nikolassee können sie sich gern kaufen

Konfis bekommen es geschenkt.

 

Fürbitte - Zwischengesang ansagen!!!!

Herr, erbarme dich, erbarme dich. Herr, erbarme dich, Herr, erbarme dich.  Melodie: Peter Janssens 1973

 

Herr wir bitten Dich für die Konfirmanden, dass Sie ihren eigenen Weg durch die Welt finden und ihn mutig gehen lernen, dass sie achtgeben, auf die Menschen, die Ihnen begegnen. Lass Sie im Blick und im Herz behalten, was wir miteinander gelernt haben in den letzten Jahren.

Lasst uns bitten: Herr, erbarme dich.

 

Herr wir bitten Dich für die Eltern und Paten, die die Konfis weiter begleiten auf Ihrem Weg,

Wir danken Dir, dass sie sie haben taufen lassen und sie nun auf dem Weg zu ihrem eigenen JA

zur Taufe begleitet haben. Wir danken Dir, dass sie an unserer Seite die Bedeutung von Recht und Freiheit erfahren haben und dass sie unsere Fragen geduldig beantwortet haben und uns Freude auf unser Leben gemacht haben.

Lasst uns bitten: Herr, erbarme dich.

 

Herr wir bitten Dich für die, die die Konfis auf Ihrem Weg begegnen, die eine Strecke mit Ihnen gehen. Herr wir bitten Dich für Ihrre Lehrer und Lehrerinnen, Ihre Freundinnen und Freunde,

dass sie ein offenes Herz für die Konfirmanden und ihre Sorgen und Fragen haben.

Für die Menschen, die Ihnen helfen, den Weg des Glaubens zu gehen.

Lasst uns bitten: Herr, erbarme dich.

 

Herr wir bitten Dich für alle, die besondere Verantwortung tragen für Frieden und Gerechtigkeit,

dass sie uns eine bewohnbare Erde hinterlassen. Wir bitten Dich für all die, die es nicht so gut haben wie wir, die auf der Flucht sind oder die gern woanders leben würden – so gut und geborgen wie wir. Auf dein Erbarmen, Gott, sind wir angewiesen, jeder für sich und wir alle gemeinsam.

Hilf uns, auf dein Wort zu hören und uns dir anzuvertrauen,

heute und morgen, bis an das Ende unserer Zeit.

Lasst uns bitten: Herr, erbarme dich.

Vaterunser...

 

„Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren“  EG 316 (wenn möglich im Stehen)

1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, lob ihn, o Seele, vereint mit den

    himmlischen Chören. Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören!

2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,

    der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?

4. Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe       geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.

5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.

   Er ist dein Licht, Seele, vergiss es ja nicht. Lob ihn in Ewigkeit. Amen

 

Segen             „Der Herr segne euch und behüte euch;

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig;

der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.”

 

Hefte verteilen

 

Musik:Prince of Denmark-Marsch“ von Jeremy Clarke

 

Anno Domini – Jahr des Herrn 2018

 

Treffen immer am 2. und 4. Dienstag im Monat und am 3. Sonnabend des Monats im Gemeindehaus

 

27.10. Kennlern-Tag mit den Konfirmanden und „Wie wir Gottesdienst feiern - seit 2000 Jahren“

  6.11.  „Das Vaterunser“

Rüstzeit vom 16.-18. November in Sachsenhausen „Die Bibel“ und „Das Kirchenjahr“

  4.12.  „Nikolaus – ein Heiliger der Kirche“

18.12.  Die Weihnachtsgeschichten und seit wann Weihnachten gefeiert wird“

 

Anno Domini – Jahr des Herrn 2019

 

  6.01.  18.00 Gottesdienst zum Epiphanias-Tag und Vortrag EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm

  8.01.  Mit Losungen leben & „Ist Jesus Christus wirklich Gottes Sohn?“

22.01.  Konfirmandentag „Abraham, Isaak und Jacob“ – Die Urgeschichte der Bibel

12.02.  „Der Josephsroman in der Bibel“

19.02.  „Taufe und Konfirmation – die zwei Seiten einer Medaille“

  5.03.  „Das Volk Israel – eine Befreiungsgeschichte“

16.3.    Konfitag

19.03.  „Wer ist Jesus“

  2.04.  Passionsgeschichte – Fasten

  6.04.  Konfirmandentag „Missionsauftrag und die Situation der verfolgten Christen weltweit“

17.04.  Gründonnerstag Abendmahl mit Eltern und allen

20.04.  Osternacht

  7.05.  „Ist Jesus auferstanden oder auferweckt worden oder noch tot?“

 

18.05.  Konfirmandentag „Schöpfung und Evolution“

21.05.  „Prophet Jona – eine verrückte Geschichte“ mit Luise Kuhnt

  4.06.  Glaubensbekenntnis  und Versuch ein eigenes Glaubensbekenntnis zu formulieren

18.06.  „Pfingsten – sind die denn alle betrunken?“ – 2. Treffen mit den Eltern

13.08.  „Dreieinigkeit Gottes – sind die ver-rückt?“  mit Kontrolle der Gelben Hefte

17.08.  Konfirmandentag Besuch der Synagoge Fasanenstraße

27.08. „Ein Streifzug durch die Kirchengeschichte“   mit Kontrolle der Gelben Hefte

10.9.    „Gen-ethisches Gespräch? Was können wir, was dürfen wir“

21.09.  Konfirmandentag „Die Wundergeschichten Jesu - Ist Jesus ein Wunderheiler“

24.09.  „Was feiern wir beim Abendmahl?“

01.10.  Unsere Kirche – die EKBO und die EKD

22.10. „Kreuzzüge und Hexenverfolgungen – wer sagt die Wahrheit?“ mit Kontrolle der Gelben Hefte

26.10.  Konfirmandentag „Unser Gesangbuch – eine Schatzkiste“

12.11.  „Kirche im Widerstand – die Bekennende Kirche“ mit Kontrolle der Gelben Hefte

26.11.  Demokratische Mitverantwortung in der Kirche – Gespräch mit dem Präses der Synode 10.12. „Jochen Klepper – einer der berühmtesten Nikolasseer“

17.12. „Anno Domini – warum wir eine eigene Zeitrechnung haben“

 

Anno Domini – Jahr des Herrn 2020

 

06.01.  Neujahrsempfang am Epiphanias-Tag mit Eltern

14.01.  Jahreslosung & Beschneidung (Steffen Reiche)

28.01.  Bonhoefer und Widerstand der Bekennenden Kirche ( Steglitz-Zehlendorf Buch verteilt )

11.2.    Liebe sucht Nähe – ein ethisches Gespräch über unsere Sexualität

22.02.  Wir besuchen eine Moschee mit Kontrolle der Gelben Hefte mit Steffen

25.02.  „Hiob – Das Leid im Angesicht Gottes“

10.03.  „Die verschiedenen Konfessionen“ mit Kontrolle der Gelben Hefte

Corona – Zeit

 

Konfi-Rüste in Oranienburg vom Freitag 16.-28. November 2018

 

Freitag, 16. November

 

17.00     Treffen am Bahnhof Nikolassee – Hohenzollernplatz Bitte S7

Im VW-Bus von Thomas Klug auf dem Vorplatz B-BB 3230 könnt ihr eure Sachen abgeben.

S 7 Richtg. Ahrensfelde Ab 17:05 Berlin-Nikolassee, Gl. 4 An 17:28 Berlin Hbf (S-Bahn), Gl. 15

Walk Ab 17:28 Berlin Hbf (S-Bahn)             An 17:37 Berlin Hbf (tief)

RE 3516 Rtg. Stralsund     Ab 17:42 Berlin Hbf (tief), Gl. 5  An 18:10 Oranienburg, Gl. 24

(Bitte Fahrkarten bzw. Anschlusskarten kaufen für C-Bereich)

 

18.45     Ankunft in der JH nach ca. 30 Minuten Fußweg – Bus 208 fährt zu der Zeit nicht

19.00     Zimmer verteilen und Zeit für Erkundung von Haus und Gelände

19.30     Abendessen ( vorbereitet durch Gruppe 1 )

20.15     Einführung zur Rüste, zum Haus Szcipiorsky und zum Ort

20.30     Warum sind wir eigentlich Christen und was heißt das?

21.30     Spiele und Gemeinsames Singen aus der Mundorgel  (z.B. Laurentia, Labada)

22.00     Abendandacht

 

Sonnabend, 18. November

 

8.15        Morgenandacht  (Steffen Reiche)

8.30        Frühstück (Gruppe 2)

9.30        Einführung Nationalsozialistische Willkürherrschaft St. Reiche

10.00     Spaziergang zum Konzentrationslager

10.30     Führung durch das Lager mit Prof. Dr. Günther Morsch

12.30     Spaziergang zurück

13.00     Mittagessen (Gruppe 3) Spaghetti mit Tomatensoße

Freie Zeit (Vorbereitung Konfi-TV)

15.00     Stehkaffee mit Feedback zum Besuch KZ Sachsenhausen

15.30- Die Bibel – Wir versuchen uns einen Überblick über dieses einzigartige Buch zu verschaffen

19.00     Abendessen ( Gruppe 4 )

20.00     Taize – Lieder – Singen und Meditation – Stunde der Einkehr

21.-23.00 Liveübertragung im Konfi-TV „Best of Nikolassee“

 

Sonntag 19. November

 

8.45        Frühstück ( Gruppe 1 )

10.00     Der Gottesdienst – ein 2000 Jahre gewachsenes Gesamtkunstwerk -

11.00     Spaziergang an der Havel zum Klinkerwerk

12.00     Mittagessen Salate und Würstchen ( Gruppe 2 )

13.00     Wie kann man beten und das Gebet Jesu: Das Vaterunser

14.00     Kaffeetrinken mit Torte und Gang zum Schloss

15.00     Besuch des Schlosses Oranienburg bis 16.00 Uhr

16.11     Abfahrt in Oranienburg und Ankunft in nNikolassee mit S 1 um 17.29 Uhr

 

Letzte Änderung am: 12.09.2020