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Geschichtswerkstatt der Gemeinde Nikolassee

Nikolassee und auch die Nikolasseer Kirchengemeinde sind über 100 Jahre alt. Viel ist in dieser Zeit geschehen. Sich daran zu erinnern hilft auch die Gegenwart zu verstehen. 

In dem Projekt einer Geschichtswerkstatt wollen wir in einem ersten Schritt die verschiedenen Formen der Erinnerung an Vergangenes in Nikolassee zusammentragen, das einmal Gegenwart war: Fotos, Dokumente, Erzähltes und Aufgeschriebenes - kurz alles, was die Vergangenheit von Nikolassee wieder lebendig werden lässt. Das ist sicher nicht nur interessant für alte Menschen, für die diese Vergangenheit einmal Teil ihres Lebens war, sondern auch für Jüngere, die wissen wollen, wie alles entstanden ist, was heute ist. 

Zunächst wollen wir Vorhandenes sichten und danach Ideen sammeln, welche Schritte als nächstes gegangen werden können (z.B. eine Ausstellung, eine chronologische Reihe von Abenden mit Erinnerungsgeschichten, eine Dokumentation usw.). Das könnte der Anfang eines kreativen Prozesses werden, in dem die Geschiche von Nilkolassee und seiner Kirchengemeinde lebendig und nach-erlebbar wird.

Den Termin für ein erstes Treffen geben wir bekannt, sobald sich die Verhältnisse nach dem Ende der Corona-Epidemie wieder normalisiert haben.

Einige Texte und Bilder zur Geschichte der Nikolasseer Gemeinde finden Sie bereits  HIER. Über Hinweise auf weiteres Material in Ihrem oder anderer Nikolasseer*innen Besitz würden wir uns freuen. Rufen Sie einfach an oder schreiben sie uns eine Mail.

Werner Odenbach und Ulrich Luig

Kontakt: Ulrich Luig Mail: luig(at)gemeinde-nikolassee.de, Tel. 015774583878

Der Aktionskreis

Die Gründung des Aktionskreises geht zurück auf eine Phase akuter Finanznot der Nikolasseer Gemeinde. Anfang Januar 2008 wurde bekannt, dass die Gemeinde nach dem Umbau des Gemeindehauses 1983 keinerlei Möglichkeiten mehr sah, den Unterhalt des Hauses zu finanzieren. Es war bereits eine Haushaltslücke von 18.000 € entstanden. Deshalb sollte das Gemeindehaus für 30-40 Jahre an eine noch zu gründende Evangelische Schule vermietet werden. 

Nach langen Gesprächen mit Pfarrer Weiß-Lange und dem Superintendenten Sommer beschlossen fünf Frauen (Frau Murken, Frau Fiedler, Frau Grauhan, Frau Hauswald und Frau Becker) den Versuch zu wagen, das Gemeindehaus als den Ort praktischen Gemeindelebens zu erhalten. Nach wenigen Tagen hatte sich ein Kreis von etwa 20 Menschen gefunden, der begann, nach Möglichkeiten zu suchen, Geld einzunehmen. Die Gruppe traf sich fast täglich, gaben sich den Namen „Aktionskreis Rettet das Gemeindehaus" und informierte die Gemeinde über die drohenden Veränderungen. Es wurden Benefizveranstaltungen und Spendenaufrufe organisiert, und bald zeigte sich, dass viele Nikolasseer ihr Gemeindehaus behalten wollten. 

Der Kreis wuchs ständig. Es gab das erste JAZZKONZERT, und weil es so gut ankam, folgten an jedem ersten Freitag im Monat weitere. Zweimal wurde das Konzert auch als KARIBISCHE NACHT gestaltet. Im Laufe von fast 11 Jahren sind die Konzerte zu fröhlichen Treffen in der Gemeinde geworden. Man feiert mit Familie und Freunden auch Geburtstag an reservierten Tischen. Getränke und eine kleine Auswahl an Schnittchen gibt es zu kaufen. CHOR- und KLASSIKKONZERTE, LESUNGEN und VORTRÄGE folgten. 

Zu einer ganz wichtigen Finanzstütze entwickelte sich das Patenprojekt "KASSETTENDECKE im JOCHEN-KLEPPER-SAAL", an dem sich bisher über 100 Menschen beteiligt haben. Jeder Pate verpflichtete sich zur Zahlung eines bestimmten Spendenbetrags und bekam dazu eine Urkunde. Auch die BÜCHERSTUBE im Gemeindehaus, LINE DANCE und der beliebte SOMMERTRÖDEL im Juni sind Kinder des Aktionskreises. Ein Kühlschrank, der Geschirrspüler für die Küche, eine Mikrofonanlage im Gemeindesaal, Sitzkissen sowie die Renovierung des großen Saals und des Foyers hat der Aktionskreis im Laufe der Jahre finanziert.

Viele Nikolasseer haben von Beginn an die Initiative des Aktionskreises mit Sympathie begleitet und mit ihren Ideen unterstützt. In der Anfangszeit haben sich Bürger aus Nikolassee mit dem Bezirksamt, der Denkmalschutzbehörde und dem Bauamt in Verbindung gesetzt, um die Umwidmung des Gemeindehauses zu einer Schule zu verhindern. Auch durch diese Entwicklungen entstand in der Gemeinde eine große Verbundenheit, die u.a. dazu führte, dass ein geplanter Pennymarkt im Pfeddersheimer Weg verhindert werden konnte. An dieser Stelle steht heute die Wohnanlage "rêverie" des Theodor-Wenzel-Werks.  

Durch die Gründung des Aktionskreises wurde es möglich, nicht nur das Gemeindehaus zu erhalten, sondern außerdem noch erhebliche Geldmittel für die Gemeinde einzunehmen. Jedes Jahr sind 20.000 € in den Haushaltsplan der Gemeinde eingeflossen, u.a. für die Umbauten und die Verbesserung der Energieeffizienz des Hauses. Auch wurde eine Rücklage von etwa 55.000 € erwirtschaftet. Über die finanzielle Unterstützung der Gemeinde hinaus hat der Aktionskreis auch wesentlich zur Förderung der Gemeindearbeit beigetragen und es ist zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. 

Für den Aktionskreis 

Hanne Becker